Zuschlag für die Pacht am Kalscheurer Weiher

Zollstock – Erfreuliche Nachrichten kommen diesmal aus Zollstock. Der Verein „Unser Kalscheurer Weiher e.V.“ hat den Zuschlag für die Pacht am Kalscheurer Weiher erhalten. Möglich machten dies engagierte Bürgerinnen und Bürger, die beharrlich der Politik auf die „Füße  traten“. So gab es im Dezember 2009 eine Demo, da die damalige Pächterin unter augenscheinlich dubiosen Gründen ihre Pacht verloren hatte.

Nabis e.V. und der Rechtsanwalt Harro Schultze setzten sich für die Pächterin ein und riefen zur Demo am Kalscheurer Weiher auf.

Die Vermutung lag nahe, dass die damalige Pächterin, die bei den Zollstocker Bürgern sehr beliebt war, aufgrund einer Schenkung der durch Bauwens-Adenauer gegründeten „Kölner Grün-Stiftung“ vertrieben werden sollte. Diese Schenkung sah vor, den Weiher „aufzuwerten“. Diese Aufwertung war durch die Bezirksvertretung akzeptiert, aber gegen die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in Zollstock, was sie auch eindrucksvoll auf der Demo zeigten.

Auch ich habe diese Initiative unterstützt und an der Demo teilgenommen, auf der ich auch dann erfahren habe, dass zu diesem Zeitpunkt geplant war, die Pacht an die KGAB GmbH, Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung, zu vergeben.

Da ich zum Zeitpunkt des Beschlusses aber noch kein Bezirksvertreter war, habe ich viel zu spät von diesen Vorgängen erfahren.

Es war geplant, am Kalscheurer Weiher sog. „Kräfte des zweiten Arbeitsmarktes“ einzusetzen. Man sprach auch von „1€-Jobbern“. Dass das aber im Sinne des SGBII und SGBIII nicht zulässig ist, habe ich in der Sitzung der BV vom 25.01.2010 deutlich gemacht.

Im weiteren Verlauf der Geschichte organisierte die Initiative schon im Januar 2010 ein sogenanntes „Notbüdchen“ am Kalscheurer Weiher. Es wurden regelmässige Versammlungen abgehalten, Tausende von Informationsflugblättern mit der Frage ,“Wem gehört der Kalscheuerer Weiher?“ verteilt und  im März 2010 zu einer  Bürgerversammlung zu den Vorgängen am Kalscheurer Weiher aufgerufen.

Einige Mitglieder der Initiative gründeten dann einen neuen Verein, der den Namen „Unser Kalscheurer Weiher e.V.“ trägt. Dieser Verein hat dann schon im Frühjahr wieder einen provisorischen Kahn- und Kioskbetrieb aufgenommen, indem die alten Boote wieder zurückgekauft wurden und ein kleiner Bauwagen zu einem Kiosk umfunktioniert wurde. Gleichzeitig hat die Bezirksvertretung Ende April die Verwaltung aufgefordert, einen provisorischen Bootsverleih mit Kioskbetrieb schon dieses Jahr zu akzeptieren. Außerdem hat sich der Verein dann mit Erfolg um die Pacht beworben.

Die Quintessenz an der Geschichte um die Pacht am Kalscheurer Weiher ist aber, dass sie einen ganz anderen Verlauf genommen hätte, wenn sich die Bürger nicht für ihren Weiher so eingesetzt hätten. Dies zeigt deutlich, dass die Bürger sehr wohl Einfluss auf die Politik nehmen können und sollten.

Am 26. September 2010, lädt der Verein zu einer kleinen Feier anlässlich des Pachtzuschlages ein. Ich denke, dass das Kiosk und der Bootsverleih in den genau richtigen Händen liegt und wünsche dem Verein einen großartigen Erfolg.

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