Zollstock – Neue Wohnungen am Bahndamm

Das Kooperative Baulandmodell soll "wirkungsvoll verändert" werden. - Bild: Bronisz

Zollstock – Im Gebiet südlich des Gotteswegs 87 sollen Anfang 2016 200 neue Wohnungen, ein Spielplatz und eine Tiefgarage entstehen. Das ging aus einer Mitteilung hervor, welche die Verwaltung der Bezirksvertretung bereits schon in der letzten Sitzung vor der Sommerpause im Juni vorgelegt hat. Ein dort ansässiger Baustoffhandel wird auf einer reduzierten Fläche neu errichtet.

Hier sollen neue Wohnungen entstehen. - Bild: © 2015 Bronisz
Hier sollen neue Wohnungen entstehen. – Bild: © 2015 Bronisz

Wie bei vielen Neubauprojekten im Bezirk Rodenkirchen werden auch hier keine geförderten Wohnungen entstehen. So heißt es in der Mitteilung auch: „Die Planung zur Neuordnung der Flächen wurde vom Grundstückseigentümer bereits Anfang 2013 mit der Stadtverwaltung abgestimmt. Insofern kommt das Kooperative Baulandmodell Köln hier nicht zur Anwendung, da dies erst Ende 2013 vom Rat der Stadt Köln beschlossen und in der Folge am 22.04.2014 im Amtsblatt der Köln veröffentlicht wurde„. Allerdings sollen 50 Wohnungen für studentisches Wohnen, wie es in der Mitteilung weiter heißt, genutzt werden.

Blick in die angrenzende Paul-Nießen-Straße. - Bild: © 2015 Bronisz
Blick in die angrenzende Paul-Nießen-Straße. – Bild: © 2015 Bronisz

Dass das „Kooperative Baulandmodell“ hier nicht zur Anwendung kommt ist also wieder einmal der Stichtagsregelung geschuldet. Und auf welchem Niveau die 50 Studentenwohnungen liegen werden ist auch noch nicht klar. Auf dem Höninger Weg wurde eigens für Studenten ein Wohnhaus errichtet deren Miete bei 20-25 Euro/qm liegen. Oftmals zahlen die Eltern der Studenten dann zur Miete noch hinzu. Am Großmarkt soll ebenfalls eine Wohnanlage für Studenten mit ähnlichem Preisniveau entstehen.

Dass sich die Lage am Wohnungsmarkt seit 1998 drastisch verschlechtert ist Politik und Verwaltung bekannt. Dennoch hat sich in diesem Zeitraum nichts zum Positiven geändert. Im Gegenteil. In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen wurde eine Anfrage von mir entsprechend beantwortet. Anlass für mich, hier endlich eine Grenze zu ziehen und eine solche Entwicklung nicht weiter mit zu unterstützen. Wenn Wohnraum errichtet wird, dann muss dies Wohnraum für alle sein, um Wohnungslosigkeit zu vermeiden und Gentrifizierung zu verhindern. Auch die Stadt Köln täte gut daran zu überlegen, ob sie nicht eigene Wohnungen baut.

Wahrscheinlich wird uns keine Beschlussvorlage zugehen, denn der Wohnungsbau ist ja schon genehmigt. Allerdings kann insofern Zweifel angemeldet werden, ob es sich bei dem Gelände nicht eher um ein Gewerbe-, als um ein Wohngebiet handelt. Dann müsste es umgewidmet und eine Beschlussvorlage der BV vorgelegt werden. Und hier könnte man dann die Forderung nach gefördertem Wohnraum stellen.

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