Weihnachtsmarkt und Maschinenpistolen

Auch Maschinenpistolen bringen keine Sicherheit. - Bild: Bronisz

Köln – Auf Kölns gemütlichsten Weihnachtsmarkt, dem Nikolausdorf am Rudolfplatz, war zwar keine Verunsicherung nach dem Anschlag in Berlin zu spüren. Doch auch hier patroullieren Polizeibeamte mit Maschinenpistole und Schutzweste. Ein ungewöhnlicher Anblick für einen Weihnachtsmarkt.

Weihnachtsmarkt auf dem Kölner Rudolfplatz. – Bild: Bronisz

Zwar machten die Stände mit den unterschiedlichsten Geschenkartikeln einen verwaisten Eindruck und auch das Kinderkarussell hatte den einen oder anderen leeren Platz. Das aber war dem noch relativ frühen Nachmittag geschuldet. Belebter wird der Weihnachtsmarkt erst gegen Abend. Die Polizei hielt sich eher im Hintergrund und war meist vor dem Weihnachtsmarkt anzutreffen. Dennoch können die Beamten keine Sicherheit vermitteln. Im Gegenteil. Durch ihre Anwesenheit wird man sich immer wieder des Anschlags bewusst. Und auch das Wissen, dass sie einen Anschlag nicht verhindern können bleibt dadurch allgegenwärtig.

Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave„, lautet ein Aristoteles zugeschriebenes Zitat. Und das scheint nun auf die Weihnachtsmärkte zuzutreffen. Natürlich musste auf den Anschlag in irgend einer Weise reagiert werden. Aber alleine die Anwesenheit von Sicherheitskräften schränkt die Freiheit schon ein. Sie beobachten jeden, der den Weihnachtsmarkt betritt und können verdächtig erscheinende Personen kontrollieren. Dabei können sie jedoch weder eine echte Sicherheit geben, noch garantieren. Allenfalls eine „Gefühlte Sicherheit“ kann der Besucher erwarten. Und damit steht die Frage im Raum, wie man etwas sichern soll, was man nicht sichern kann. Und hat nicht damit der Terrorismus eines seiner Ziele erreicht?

Die Polizei soll den Weihnachtsmarkt schützen. – Bild: Bronisz

Wenn man Terrorismus bekämpfen will, reicht es nicht, an seinen Symptomen zu doktorn und Weihnachtmärkte mit Maschinenpistolen zu sichern. Die Ursachen müssen bekämpft bzw. der Nährboden entzogen werden. Auch darüber müssen wir reden.

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