Verkehrsunfall mit Todesopfer auf dem Höninger Weg

Zollstock – Am gestrigen frühen Abend kam es in Köln-Zollstock, Höninger Weg, in Höhe der Buchhandlung Weyer und dem Schlecker-Markt zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Ein Radfahrer geriet mit seinem Rad in die Schienen, kam ins Straucheln und prallte mit dem Kopf gegen die entgegenkommende Straßenbahn. Dass es zu einem solchen Unfall gekommen ist, ja sogar kommen musste, ist nicht erst seit gestern klar. Als auch für den Stadtteil Zollstock zuständiger Bezirksvertreter habe ich schon in der März-Sitzung 2010 auf die Gefährdungslage am Höninger Weg hingewiesen.

Die Unfallstelle auf dem Höninger Weg. – Bild: Bronisz

Anfänglich sah mein Antrag eine Kontrolle vor, damit Radfahrer nicht auf dem Bürgersteig fahren. Aber nach dem ich den Grund hinterfragt habe, warum Radfahrer auf dem Bürgersteig fahren, habe ich den Antrag in der damaligen Sitzung mündlich korrigiert. Er lautete danach folgendermaßen:

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die Gefährdungslagen der radwegfreien Bereiche des Höninger Weges für Radfahrer zu beseitigen.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Nach dem einige Zeit verstrichen ist, habe ich eine Anfrage gestellt, um zu sehen, was die Prüfung ergeben hat. Diese Anfrage, dem man zwar den Text meines ersten, noch nicht korrigierten Antrages voranstellte, wurde dann aber wie folgt beantwortet:

Hinsichtlich Ihrer Anfrage wurde die Unfallsituation auf dem Höninger Weg im Bereich Herthastraße bis Gottesweg ausgewertet. Im gesamten Jahr 2010 ereigneten sich auf dem Höninger Weg zwei Verkehrsunfälle, an denen Fußgänger und Radfahrer beteiligt waren. In beiden Fällen wurde die Unfallursache durch Fußgänger gesetzt.

Die örtliche Ausrichtung der gezielten Überwachungstätigkeiten der Polizei Köln wird nach Unfallhäufungsstellen festgelegt. Andere Örtlichkeiten werden selbstverständlich ebenfalls, im Rahmen der Streife, überwacht.

Da die von Ihnen benannte Örtlichkeit nicht annährend eine Unfallhäufungsstelle im Sinne Ihres Anliegens bildet, erfolgt eine polizeiliche Überwachung dort auch zukünftig nur im Rahmen der Streife .

Gedenkkreuz an der Unfallstelle. – Bild: Bronisz

Ich habe immer darauf hingewiesen, dass eine Gefährdungslage zwischen Herthastr. und Gottesweg wegen fehlender, aber dringend benötigter Radstreifen bzw. Fahrradschutzstreifen besteht. In einer Sitzung der BV gab man mir zu verstehen, dass Radfahrer ihr Fahrrad ja auch schieben könnten. Angesichts des tödlichen Unfalls erscheint dies heute reichlich zynisch.

Leider bewahrheitet sich auch hier, dass erst etwas passieren muss, bevor man reagiert. Ob man reagiert wird sich zeigen. Jedenfalls werde ich an diesem Thema dranbleiben und auch weiterhin daran arbeiten, dass die Gefahrenstelle entschärft und endlich Radstreifen auch in diesem Bereich geschaffen werden.

Der Artikel des Kölner Express und die Pressemitteilung der Polizei selbst sind falsch. In der Mitteilung heißt es:

Gegen 17.45 Uhr befuhr der 50-Jährige den Höninger Weg in Richtung Innenstadt. In Höhe der Straßenbahnhaltestelle Gottesweg prallte er gegen den letzten Waggon der entgegenkommenden Linie 12.

Der Unfall ereignete sich, wie oben beschrieben, in Höhe der Buchhandlung Weyer und dem Schleckermarkt auf dem Bereich in dem es keinen Schutzstreifen gibt.

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