Trügerischer Schein am Arbeitsmarkt

Jobcenter drangsalieren immer wieder. - Bild: Bronisz

Berlin – „Die hohe Beschäftigtenzahl verbirgt den Mangel an guter, auskömmlicher Arbeit. Die Jobs, die in den vergangenen Jahren geschaffen wurden, waren zum Großteil Teilzeitstellen, von denen man nicht leben kann. Leiharbeit boomt, und auch der Mindestlohn hat kaum zu einer Reduzierung der Zahl der Minijobs beigetragen. Ein Fünftel aller Beschäftigten arbeitet mittlerweile zu Niedriglöhnen, 2,6 Millionen Beschäftigte brauchen neben ihrer Hauptbeschäftigung noch einen Nebenjob – und die Bundesregierung schaut tatenlos zu“, erklärt Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum aktuellen Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit.

Dass die offizielle Arbeitslosenzahl von 2,6 Millionen nur die Spitze des Eisbergs sei, erkenne man daran, dass noch eine Million Menschen hinzu kämen, die zwar erwerbslos sind, aber in der Statistik deswegen nicht mehr vorkommen, weil sie an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, älter als 58 Jahre sind oder aufgrund anderer Tricksereien aus der Statistik fallen. Wenn man diese Personen mit einrechnet, liegt die Arbeitslosigkeit bei fast 3,6 Millionen Menschen. Darin enthalten sind über 900.000 Langzeiterwerbslose. „Das sind die Fakten, an denen sich die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung messen lassen muss.“, so Zimmermann

Als Entschuldigung für den weitgehenden Rückzug der großen Koalition aus der aktiven Arbeitsmarktpolitik tauge die Beschäftigungsentwicklung nicht. Gerade für Langzeiterwerbslose müsse deutlich mehr getan werden. „Wir brauchen einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor. Leiharbeit öffnet Niedriglöhnen Tür und Tor und verhindert, dass die Betroffenen ihre Interessen über Gewerkschaften oder Betriebsräte vertreten können. Damit muss endlich Schluss sein. Grund zum Feiern gibt es erst, wenn Armut trotz Arbeit endlich der Vergangenheit angehört und alle Beschäftigten von ihrer Hände Arbeit leben können.“ sagt Sabine Zimmemann.

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