Stoppt das Sterben im Mittelmeer!

Seenotrettung ist kein Verbrechen. - Bild: Bronisz

Köln – Gegen die auch im neuen Jahr stattfindende, menschenverachtende Abschiebepraxis und dem Hindern der Schiffe „Sea-Watch 3“ und „Prof. Albrecht Penk“ führte das Aktionsbündnis „Köln gegen Rechts“ am gestrigen Abend eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz durch. Gegen 18 Uhr kamen über 300 Teilnehmer und bekundeten ihre Solidarität mit den Seenotrettern und stellten sich auch gegen die heute durchgeführte Sammelabschiebung in das unsichere Afghanistan.

Um 19 Uhr verlas Aktivist Jan ein Grußwort der „Professor Albrecht Penk“, dessen Passagiere noch immer keine Genehmigung haben, an Land gehen zu können. Viele der Passagiere sind bereits seekrank und die Lage an Bord verschlechtert sich weiter. Die Mannschaft ist zwar ausgetauscht worden, jedoch dürfen die Geflüchteten nicht von Bord gehen. „Wir aßen Reis und kämpften gegen Sturm, während in Europa Weihnachtsbraten und Silvesterkracher genossen wurden!“, sagte ein abgelöstets Crew-Mitglied der „Sea-Watch III“, welches eigens zu dieser Veranstaltung nach Köln geflogen ist und auf der Kundgebung über das Schicksal der Geflüchteten und der gewaltigen Arbeit der Seenotretter berichtet hatte. Hilfsappelle, gerichtet an die Deutsche Bundesregierung, verhallen, und das, obwohl 30 Städte ihre Aufnahmebereitschaft erklärt haben. Auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte vor kurzem erklärt, dass Köln auch weitere Flüchtlinge aufnehmen kann und will. Getan hat sich bisher wenig.

Nicht nur die durch den Aufruf des Aktionsbündnisses angereisten Teilnehmer, sondern auch Besucher des Hauptbahnhofes erklärten sich spontan solidarisch mit den Zielen der Seenotretter und lehnten auch die Abschiebepraxis ab. So waren nicht wenige Passanten, welche vom Bahnhof kamen oder zu ihm gingen plötzlich auch Teilnehmer der Kundgebung. So lange Menschen im Mittelmeer ertrinken, so lange es Abschiebungen in den Tod gibt, so lange werden auch die Protestaktionen und Kundgebungen weitergehen. Und das ist bitte notwendig.

Zur Bilderstrecke.

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