Städtebauliches Planungskonzept – Raderthalgürtel in Köln-Zollstock

Staedtebauliches Planungskonzept Raderthalguertel in Koeln-Zollstock. - Bild: © 2015 Bronisz

Zollstock – Im Schützenheim der Schützengesellschaft „Adler 1930“ in der Fritz-Hecker-Straße stellte die „Entwicklungsgesellschaft für genossenschaftliches Wohnen mbH, EWG, ihr für den Bereich zwischen Leichweg, Marienhof und entlang des Raderthalgürtels in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt entwickeltes städtebauliches Planungskonzept vor. Zu dieser Vorstellung wurden die Bürgerinnen und Bürger am 16. Juni eingeladen, um ihre Vorschläge zur Planung eingeben zu können. Dazu konnten sie während der Veranstaltung entsprechende Fragen an die Investoren, den Vertretern des Architekturbüros Lorber und Paul, sowie den Vertretern der Stadt, Herr Makrutzki und Herr Wolf, und dem Bezirksbürgermeister Mike Homan richten. Darüber hinaus war es angedacht, dass Fragen, die erst nach der Veranstaltung aufkommen oder dort nicht mehr beantwortet werden können, schriftlich an das Büro des Bezirksbürgermeisters bis zum 24. Juni 2015 eingereicht werden können. Diese Frist wurde wegen der Kurzfristigkeit noch während der Veranstaltung auf den 8. Juli verlängert.

Modellansicht der Bebauung. - Bild: © 2015 Bronisz
Modellansicht der Bebauung. – Bild: © 2015 Bronisz

Auf dem Gelände der ehemaligen Lack- und Farbenfabrik Spies & Hecker wird keine gewerbliche, sondern eine Wohnbebauung mit etwa 170 Wohnungen entstehen. Diese ist für das Gelände besser geeignet. Ein zusätzlicher Bedarf an öffentlichen Verkehrsflächen wird dadurch nicht ausgelöst. Geplant ist, dass eine fußläufige Verbindung vom Leichweg in Richtung Marienhof durch das Plangebiet ermöglicht wird.

Wie hoch der Anteil an geförderten Wohnungen sein wird steht offenbar noch gar nicht fest. War zu Anfang der Veranstaltung noch von einem Drittel die Rede, wurde dies schon wenige Minuten später relativiert. Das „Kooperative Baulandmodell“ wird hier vermutlich nicht zur Anwendung kommen können, da der Aufstellungsbeschluss bereits am 26. September 2013, -und damit vor dem Inkrafttreten des Baulandmodells-, vom Stadtentwicklungsausschuss beschlossen wurde. Andererseits sind 30% geförderter Wohnungsbau aber die Beschlusslage. So heißt es im Aufstellungsbeschluss: „… im derzeit festgesetzten Gewerbegebiet 1 (GE 1) ein allgemeines Wohngebiet mit der Maßgabe, dass mindestens 30 % der Wohnflächen im neuen Wohngebiet als öffentlich geförderter Wohnungsbau errichtet werden, festzusetzen. Dies ist vor dem Satzungsbeschluss vertraglich abzusichern.“ Hier wird die Politik auf die 30% zu pochen haben.

Die Veranstaltung war gut besucht und die Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich mit ihren Fragen. Diese Fragen werden nun in die Planungen mit einbezogen. Auch wenn es ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, Köln braucht bedeutend mehr Wohnungen, ist das Projekt ein Schritt in die richtige Richtung. An Stelle einer „Automeile“ oder anderer Gewerbebebauung entsteht ein dringend notwendiges Wohngebiet. Hinwegtäuschen darf man sich allerdings nicht darüber, dass die Bebauung auch eine weitere Verdichtung bedeutet.

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