Spielhallen als Vorboten des sozialen Abstiegs

Zollstock – Im Herzen von Zollstock gibt es im Umkreis von 500 Metern 3 Spielhallen. Diese befinden sich auf dem Höninger Weg, dem Gottesweg und in der Bernkastelerstraße. Spielhallen gehen meist mit einem sozialen Abstieg des Stadtteils einher, in dem sie eröffnet werden. Sie mögen noch so Glück verheißende Namen wie „Las Vegas“, „Joker“ oder „Spiel-O-Thek“ haben. Glück bringen sie keins, sondern nur Sucht, sozialen Abstieg und sogar Beschaffungskriminalität. Gleiches gilt auch für die sich ebenfalls in Zollstock ausbreitenden „Wettbüros“.

Zockerbude in Köln-Zollstock. – Bild: Bronisz

Das Problem ist, dass die Stadt, wie die Politik selbst, ein Ausbreiten von Spielhallen und Wettbüros nicht oder nur bedingt verhindern kann. Einen Einfluss, wo eine Spielhalle eröffnet, hat die Politik nicht. Allerdings kann sie, z.B. durch eine deutliche Erhöhung der Glücksspielsteuer oder eine Einführung einer „Sondersteuer“, dass massive Verbreiten der Spielhallen einschränken. Das man eine solche Steuer einführen kann, zeigt das Beispiel „Bettensteuer“ in Köln, welche vom Kölner Verwaltungsgericht unlängst als rechtmäßig erkannt wurde.

Zur Aufwertung eines Stadtteils tragen Spielhallen keinesfalls bei. Und auch die Argumentation des „Freizeitangebotes“ trägt nicht, denn es kann nicht Sinn und Zweck eines Freizeitangebotes sein, dass Menschen Suchtkrank werden. Sicher, es entstehen Arbeitsplätze, wenn man so argumentieren möchte. Diese sind aber stets prekär und für die Arbeitnehmer auch gefährlich, wenn man an die häufigen Überfälle auf Spielhallen denkt. Somit trägt dieses Argument eher auch nicht.

Ein wesentlicher Aspekt, der auch nicht in Vergessenheit geraten sollte, ist die Tatsache, dass man ein Ausbreiten von Spielhallen schon dann verhindern könnte, wenn man den Menschen, insbesondere den jüngeren Menschen, wieder Perspektiven geben würde. Dazu gehört neben den Ausbildungsplätzen auch die Vollbeschäftigung. Denn Tatsache ist auch, dass es in den Stadtteilen, in denen es eine hohe Arbeitslosigkeit gibt, auch eine Zunahme von Spielhallen und Wettbüros gibt. Nun darf man raten, wo es da den Zusammenhang gibt.

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