Solidarität mit Henriette Reker – Mahnwache vor dem Rathaus

Historisches Rathaus in Köln - Bild: Bronisz

Köln – Eine spontane Mahnwache und Solidaritätsbekundung gab es gestern Abend vor dem Historischen Rathaus in Köln. Mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger, sowie die Vertreter aller demokratischen Parteien trafen sich gestern, um ihre Solidarität mit Henriette Reker, Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters, zum Ausdruck zu bringen.

Vertreter aller demokratischer Parteien vor dem Rathaus - Bild: © 2015 Bronisz
Vertreter aller demokratischer Parteien vor dem Rathaus – Bild: © 2015 Bronisz

Zu der spontanen Mahnwache kamen nicht nur Vertreterinnen und Vertreter aus der Kölner Kommunalpolitik, sondern auch Vertreter aus dem Landtag NRW. Darunter auch die Ministerpräsidentin, Hannelore Kraft. Mit den Vertretern der Kölner Parteien und den Bürgern setzten sie ein Zeichen für die Demokratie. So sagte Hannelore Kraft: „Uns war es einfach wichtig, heute Abend ein spontanes Zeichen zu setzen und klarzumachen, dass alle Demokraten zusammenstehen“

Henriette Reker wurde gestern auf einem Wochenmarkt in Köln-Braunsfeld Opfer eines offenbar rechts- und fremdenfeindlich motivierten Messerattentats und dabei schwer verletzt. Auch ihre Begleiterinnen und Begleiter wurden dabei zum Teil schwer verletzt.

Infoveranstaltung in Rodenkirchen
Henriette Reker wurde bei dem Messerangriff schwer verletzt – Bild: © 2015 Bronisz

Von Anfang an stand die OB-Wahl unter keinem guten Stern. Waren es zu Anfang „nur“ die beanstandeten Stimmzettel, die man in Köln auch mit einer gewissen Prise Humor noch ertragen konnte, wurde es nun zu einem fast tödlichen Terrorakt gegen die noch derzeitige Sozialdezernentin und jetzige OB-Kandidatin. Denn der Anschlag richtete sich gezielt gegen Henriette Reker, die als Sozialdezernentin auch für die Flüchtlingsunterbringung verantwortlich ist. Gezielt gestreuter Hass, nicht nur, aber vor allem auch, in den sog. „Sozialen Medien“ waren sicherlich zu einem großen Teil mitverantwortlich für diese Tat. Es stellt sich wieder einmal die Frage. Wer ist schlimmer? Der Hetzer oder der Täter? Dem Täter wird man in der Regel habhaft. Der Hetzer wäscht seine Hände in Unschuld und beruft sich auf die „Meinungsfreiheit“. Wenn Hetze zu solchen Taten führt, zeigt sich spätestens dann nicht, dass sie eben keine „Meinung“ ist?

Es war aber eben auch ein Anschlag gegen die Demokratie. Und genau deswegen ist es wichtig heute wählen zu gehen. Denn sonst hätte die Gewalt über die Demokratie gesiegt. Und das darf nicht sein. Mit einer Menschenkette vor dem Historischen Rathaus endete die Mahnwache.

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