Rechte Propaganda in Zollstock

Solidarität statt rechter Hetze - Bild: Bronisz

Zollstock – Im Stadtteil Zollstock muss man nicht lange herumlaufen, um auf die Spuren der dort ansässigen Neo-Nazis zu stoßen. Zu der am Freitag für die Nazis verbotenen Demo hängen auch in Zollstock Plakate herum.Es darf in Zollstock nicht Gewohnheit werden Rechtsradikalismus als etwas Alltägliches zu empfinden. Auch wenn es sich nur um Aufkleber oder Plakate handelt steckt dahinter immer ein menschenverachtender Hintergrund. Dieses Mal tarnten sich die Neonazis als vermeintliche Kriegsgegner. Ihre Plakate erfüllten gleich einen doppelten Zweck. Zum einen die Mobilisierung für die Nazidemo in Dortmund, welche am Freitag allerdings verboten wurde, zum anderen den angeblich kriegsfeindlichen Tenor für die Menschen, welche die Plakate nicht sofort als Plakate der Nazis erkennen können. So führte auch die auf dem Plakat angegebene Webadresse auf eine einschlägige Internetseite, um u.a. unbedarfte Leser mit rechtsradikaler Propaganda zu vergiften.

antikriegstag2
Rechte Propaganda an einem Stromkasten in Zollstock. – Bild: © 2012 Bronisz

Bereits im Februar 2012 haben Bürger den Ordnungsdienst davon unterrichtet, dass es zu einer vermehrt auftretenden Plakatiererei und bekleben von Laternen- und Ampelmasten mit rechter Propaganda in Zollstock gekommen ist. Der Ordnungsdienst reagierte offensichtlich schnell und effektiv, kann aber natürlich nicht zu jeder Zeit an jeder Stelle sein.

Das es in Zukunft nicht nur beim Plakatieren bleibt ging zu diesem Zeitpunkt auch von einem ganz besonderen Aufkleber hervor, der eine eindeutige Botschaft hatte. Nämlich die Errichtung von sog. „National befreiten Zonen“. Bereits 2006 sagte der damalige Regierungssprecher, Uwe-Karsten Heye, zu den „Nationalbefreiten Zonen“, den sog. „No-Go-Areas“ im Deutschlandradio Kultur:

Es gibt kleinere und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo, wo ich keinem raten würde, der eine andere Hautfarbe hat, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht wieder verlassen.

Entgegen der vorherrschenden Meinung, dass das Neo-Nazi-Problem ein Problem der neuen Bundesländer sei, möchte ich feststellen, dass dieses Problem schon immer ein gesamtdeutsches Problem gewesen ist.

antikriegstag
Nur augenscheinlich eine Antikriegsdemo. Tatsächlich rechte Propaganda. – Bild: © 2012 Bronisz

Ich wünsche mir einen Stadtteil, in dem die Menschen, gleich welcher Religion oder Hautfarbe, friedlich und nachbarschaftlich zusammenleben. Zollstock war, ist und soll ein schöner Stadtteil bleiben. Es darf weder in Köln noch in Zollstock sogenannte „No-Go-Areas“ geben. Dafür müssen wir uns alle einsetzen.

Artikel drucken

Share This: