Pilotprojekt: „Brötchentarif“ im Stadtbezirk Rodenkirchen?

Kostenloser ÖPNV im Stadtbezirk? - Bild: Bronisz

Rodenkirchen – In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen stand u.a. ein Pilotprojekt auf der Tagesordnung, nach dem in den PLZ-Gebieten 50997 und 50969, also in 7 Stadtteilen des Bezirks, ein „Brötchen-Tarif“ bei den KVB eingeführt werden soll. Will heißen, der Personalausweis wird zum Fahrausweis und man kann innerhalb seines Stadtteils kostenlos mit Bus und Bahn fahren.

Den ursprünglichen Antrag stellte die Fraktion der Grünen. Die SPD-Fraktion und ich schlugen mit einem gemeinsamen Änderungsantrag eine Erweiterung des Antrags, darunter auch die Hinzunahme des PLZ-Gebiet 50969 (Zollstock), vor. Letzteres war mir sehr wichtig, da Zollstock einer der größten Stadtteile im Bezirk mit einem hohen Senioren-Anteil ist. Hier sind die Arztpraxen und Ärzte-Zentren weit auseinander gefächert. Viele ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen kommen tatsächlich nur mit Bus und Bahn zu ihren Ärzten. Und wenn man dann noch eine geringe Rente oder sonst wie finanziell nicht gut aufgestellt ist, können durchaus mal Kosten entstehen, die für den Einzelnen bedeutsam sein können. Hinzu kommt auch, dass Zollstock zahlreiche Möglichkeiten bietet, Geschäfte und Veranstaltungsorte des Stadtteils mit dem ÖPNV zu erreichen. Die Fraktion der Grünen nahm den Vorschlag gerne auf, sodass nun auch Zollstock mit enthalten ist.

Der Antrag im Wortlaut:

Der Rat wird gebeten, die Verwaltung wie folgt zu beauftragen:

Analog zur Einführung der so genannten „Brötchentaste“ führt die KVB für kurze Fahrten mit Bus und Bahn einen „KVB-Brötchentarif“ ein. Innerhalb des Postleitzahlen (PLZ)-Bereiches, in dem man mit erstem Wohnsitz gemeldet ist, sollen demnach Fahrten mit Bus und Bahn kostenlos sein. Als Fahrausweis dient der gültige Personalausweis. Als Pilotprojekte für den KVB-Brötchentarif werden die PLZ Bereiche 50997 und 50969 vorgeschlagen.

  • Es wird eine Auflistung der geschätzten, erwartbaren Kosten erstellt. Diese umfasst auch Werbung für das Projekt, Ausbildung der Kontrolleure etc.
  • Testphase zur Erprobung
  • Evaluation der Annahme in der Bevölkerung und der Kosten und damit insgesamt der Praktikabilität.

Einzig die CDU-Fraktion stellte sich gegen den Antrag und begründete ihr Verhalten mit der „Gegenfinanzierbarkeit“. Ein Argument, dass sie bei der Einführung der „Brötchentaste“ tunlichst außen vor gelassen hat. Hier sei angemerkt, dass die Stadt Köln durch die „Brötchentaste“ Einnahmeverluste an Parkgebühren von jährlich ca. 100.000 Euro verbuchen wird. Der Antrag wurde mehrheitlich, bei einer Enthaltung aus der FDP-Fraktion und gegen die Stimmen der CDU-Fraktion, angenommen.

Ich bin zwar ein Verfechter für den kostenlosen ÖPNV in ganz Köln, aber ich denke, dass der Antrag ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist. Einzig der Rat und die KVB könnten sich jetzt noch querstellen. Aber ich finde, wenn „Brötchentaste“ fürs parken geht, dann muss „Brötchentarif“ für die KVB auch gehen. Vielleicht geht von diesem Antrag auch ein Impuls aus. Das wäre zu hoffen.

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