Neue Unterbringungsplätze für Flüchtlinge

Langsam werden die Turnhallen wieder geräumt. Bild: Bronisz

Rodenkirchen – Mit einer Informationsveranstaltung „Neue Unterbringungsplätze für Flüchtlinge“ im Rodenkirchener Gymnasium traten Sozialdezernentin Henriette Reker, Jürgen Kube, Amt für Wohnungswesen, und Hanna Machulla, Deutsches Rotes Kreuz, mit Rondorfer Bürgerinnen und Bürger ins Gespräch, um Anregungen, Kritik, Sorgen und Ängste aufzunehmen und abzubauen.

Infoveranstaltung in Rodenkirchen
Mit den Bürgern im Gespräch. Sozialdezernentin Henriette Reker. – Bild: © 2015 Berthold Bronisz

In Köln-Rondorf werden drei, z.T. auch temporäre Flüchtlingsunterkünfte am Weißdornweg, Merlinweg und am Pater-Prinz-Weg errichtet. Bereits schon in den letzten Jahren trugen bei solchen Informationsveranstaltungen besorgte Bürgerinnen und Bürger ihre Vorbehalte gegen die Flüchtlingseinrichtungen vor. Doch diese Vorbehalte konnten nach und nach abgebaut werden und es entstanden Willkommensinitiativen, wie z.B. Willkommen in Sürth (WISÜ) und Willkommen in Rondorf (WIRO) im Kölner Süden deren Zielsetzung Hilfe und Integration ist. Insofern war die gestrige Veranstaltung, die eher mäßig besucht war, auch ein Gradmesser für die weitere Entwicklung in Rondorf.

„Wir hätten gerne ein paar Syrer.“

Auch dieses Mal gab es wieder Vorbehalte. Teils offen, teils subtiler formuliert. So gab es Bedenken, dass die Flüchtlinge am Merlinweg ja direkt nebenan wohnen oder eine Straße durch die Wohnsiedlung nutzen würden. Gerne würde man nur Syrer nehmen wollen. Roma sind nicht so gut. Bedenken, dass das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Nationen und Religionen in den Flüchtlingsheimen zu Spannungen und Konflikten führen würde, konnte die Vertreterin des DRK, Machulla, mit Verweis auf ihre Erfahrungen im Flüchtlingsheim Godorf, allerdings zerstreuen. Zudem, so Sozialdezernentin Henriette Reker, würden am Standort Merlinweg, wo bis zu 150 Unterbringungsplätze in abgeschlossenen Wohneinheiten mit eigenen Duschbädern und Küchenzeilen entstehen, Familien untergebracht.

Es gab aber nicht nur Vorbehalte während der Veranstaltung. Erfreulich ist, dass die Verärgerung über die Flüchtlingsunterbringung mehr und mehr der Erkenntnis weicht, dass man den Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen, wie z.B. Krieg, Verfolgung und Armut, aus ihren Ländern geflohen sind, helfen muss. Und so wurde auch die Verwaltung kritisiert, dass eine Integration nicht funktionieren könne, wenn die Menschen in den Unterbringungsplätzen wie in Ghettos eingepfercht, umzäunt und von einem Wachdienst beobachtet würden. Auch die Vertreterinnen und Vertreter der Willkommensinitiativen tragen und trugen erheblich dazu bei, dass es nicht nur bei einer notwendigen Hilfe bleibt, sondern dass die Menschen auch in eine Gemeinschaft integriert werden können. So sind z.B. Sprachkurse angedacht, die von Ehrenamtlern durchgeführt werden.

Natürlich wird es immer Vorbehalte gegen Unterbringsplätze, und damit besorgte Bürgerinnen und Bürger, geben. Es ist aber ein Trend in Richtung Hilfe und Unterstützung erkennbar. Und das ist auch gut so.

Hören Sie hier einen kleinen Beitrag vom WDR Funkhaus Europa.

Artikel drucken

Share This:

1 Kommentar

  1. Die Roma und Sinti betreffend sei an Rom e.V. Köln erinnert.
    Und an die 1. Vorsitzende des Vereins, RAin Simone Treis, die sich auch außerhalb des Vereins für die Rechte von sozial schwachen Menschen und ausländischen Mitbürgern einsetzt. Ebenso wie ihre Kollegin RAin Eva Steffen.

    https://www.romev.de/

    „Die vergessenen Europäer – Kunst der Roma – Roma in der Kunst“

    https://www.romev.de/die-vergessenen-europaeer-kunst-der-roma-roma-in-der-kunst/

    Eigene Publikationen

    https://www.romev.de/eigene-publikationen/

    Bspw.
    „Die Zigeunerfrieda“ (Dokumentation Nr. 1 – Rom e.V. Köln) aus „Onkel Knolle“ mit dem Vorwort von Günter Wallraff.

Kommentare sind geschlossen.