Maikundgebung 2015 – Die Gefahr von Rechts war (das) Thema

Gut besuchter Heumarkt am 1. Mai 2015
Maikundgebung
Andreas Kossiski, DGB-Regionalvorsitzender und Mitglied des Landtags NRW. – Bild: © 2015 Bronisz

Köln – Unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir.“, fand heute zum 1. Mai die Maikundgebung auf dem Kölner Heumarkt statt. Bis zu 8000 Teilnehmer kamen auf dem Platz, etwa 2000 nahmen zuvor am Demonstrationszug teil, der sich vom Gewerkschaftshaus, am Hans-Böckler-Platz, zur Kundgebung auf dem Heumarkt auf dem Weg gemacht hat.Parteien, Organisationen und Initiativen stellten ihr Stände auf, verteilten Infomaterial und sprachen mit den Besuchern. Entsprechend bunt waren die Fahnen, Banner und Transparente, die auf dem Heumarkt wehten.

Als der Demonstrationszug, der sich 11:30 Uhr vom DGB-Haus aufgemacht hatte, am Mittag auf dem Heumarkt eintraf, dauerte es auch nicht lange, bis Andreas Kossiski, Regionalvorsitzender des DGB in Köln und Mitglied des Landtags NRW, auf die Bühne trat und sich gegen Rassismus und Intoleranz aussprach. Zudem forderte er ein humanes Europa. „Europa“, so Kossiski, „ist in einem erbärmlichen Zustand und muss einen Kurswechsel vornehmen.“ Auch die Jugendarbeitslosigkeit in Europa, so z.B. Portugal und Frankreich, war in Kossiskis Rede ein Thema. Zudem forderte er, dass der Mensch in den Mittelpunkt gestellt und die soziale Krise überwunden werden muss. Auch die Oberbürgermeisterwahl ließ Kossiski nicht aus. So meinte er, dass die Kandidaten an den kommunalpolitischen Forderungen des DGB gemessen werden.

An Buchenwald und den Schwur der Überlebenden erinnerte hingegen Bernadette Ségol, Gewerkschaftssekretärin des „Syndicat European Trade Union“, dem europäischen Gewerkschaftsbund. Sie erinnerte daran, dass überall in Europa „Nationalistische Blöcke“, wie z.B. den „Pegidabewegungen“ in Deutschland, aber auch dem „Vlams Belang“ in Belgien oder der „Front National“ in Frankreich bestehen, die sich international verbünden wollen. Mit ihnen, -den Blöcken-, könne man keinen Dialog führen, meinte Ségol. Weiterhin sprach sie sich dafür aus, dass man der Steuerflucht entgegen treten müsse. „Hier“, so Ségol, „sind die Regierungen in der Pflicht.“ Sie müssen dem einen Riegel vorschieben. Ihre Rede kann hier nachgelesen werden.

Nicht so sehr die aktuellen Tarifkonflikte, sondern vielmehr die Gefahr von Rechts war also ein, wenn nicht das beherrschende Thema auf der heutigen Kundgebung. Wen wunderts, wenn man täglich die aktuellen Bilder ertrunkener Flüchtlinge vor Augen hat und weiß, dass die geretteten Flüchtlinge nicht nur eine lebensgefährliche Überfahrt hatten, sondern auch in den Ankunftsländern von vielen abgelehnt werden. Und so sagte auch Andreas Kossiski in seiner Rede: „Die Länder der EU sind verpflichtet, das Leben der Menschen zu retten.“

Eine Bilderstrecke der heutigen Veranstaltung findet sich hier und auf R-Mediabase.

Da es Tradition ist, dass zum 1. Mai politische Gruppen und NGOs Gelegenheit haben, ihre Positionen zu präsentieren, kommen sie hier auch in einem kleinen Video zu Wort.

Zum Schluss noch die Reden von Andreas Kossiski und Bernadette Segol.

© 2015 Hans-Dieter Hey, R-Mediabase

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