Jugendhilfeausschuss vor vollendeten Tatsachen gestellt

Jobcenter und Recht schließen sich oftmals aus. - Bild: Bronisz

Köln – In einer Mitteilung wird dem Jugendhilfeausschuss auf seiner heutigen Sitzung eröffnet, dass es künftig sechs neue Streetworker in Köln, bezahlt vom Jobcenter, geben wird. Gleichzeitig werden dann alle 18 Streetworker in eine Kooperation mit dem Jobcenter eingebunden. Heiner Kockerbeck, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, sieht das kritisch: „Endlich werden die Streetworkerstellen wenigstens auf das erforderliche Mindestmaß, das die Verwaltung errechnet hat, aufgestockt. Wir sind aber nicht einverstanden damit, dass die Stadt das Jobcenter in diese wichtige kommunale Aufgabe hineinregieren lässt.“

Franco Clemens, für DIE LINKE Mitglied im Jugendhilfeausschuss und ehemaliger Kölner Streetworker, sieht das genauso: „Streetwork arbeitet immer parteilich für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die es nach einem missglückten Start ins Leben unterstützt. Das Jobcenter dagegen hat den Auftrag, Menschen ins Regelsystem zu integrieren. Wenn das nicht klappt, wird mit Sanktionen gearbeitet. Diese beiden Herangehensweisen schließen sich aus. Streetworker in Abhängigkeit vom Jobcenter können keine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Klienten aufbauen, ohne die die Arbeit nicht funktioniert.“

Auch das Verfahren, das zu diesem Konstrukt geführt hat, ist für Franco Clemens fragwürdig: „Im Konzept für Streetwork, das der JHA im November beschlossen hat, ist von einer Finanzierung durch und Anbindung an das Jobcenter keine Rede. Die wird jetzt der Politik lapidar mitgeteilt, ohne dass sie eine Möglichkeit hat, hier noch gestaltend einzugreifen. Auch der AK Streetwork, in dem mit Fachverwaltung und den Trägern der Sachverstand sitzt, wurde im Vorfeld nicht einbezogen.“

Quelle: Pressemeldung DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln.

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