Jüdische Gemeinde in Köln ruft zum Putzen von Stolpersteinen auf

Stolperstein in Köln-Zollstock. - Bild: Berthold Bronisz/pixelio.de

Köln (epd) – Zum Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar ruft die Jüdische Liberale Gemeinde Gescher LaMassoret (Brücke zur Tradition) in Köln dazu auf, die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig zu putzen. Viele der im Pflaster eingelassenen Stolpersteine, mit denen an Opfer und Verfolgte der NS-Zeit erinnert wird, seien matt, beschmutzt und kaum zu lesen, teilte die Gemeinde mit. An der Aktion mit dem Titel „Glanz gegen Rechts“ beteiligt sich auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), die gemeinsam mit dem Gemeindevorsitzenden Rafi Rothenberg an der Kreuzgasse/Ecke Brüderstraße zwei Steine putzen wird.

Reker hat die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen. „Die Stolpersteine von Gunter Demnig fordern uns täglich auf, innezuhalten. Sie fordern uns auf, darüber nachzudenken, was passieren kann, wenn wir für die demokratischen Werte unserer Gesellschaft nicht einstehen“, erklärte sie.

Mit der Aktion will die Jüdische Liberale Gemeinde ein Zeichen gegen rechte Tendenzen setzen. „Wir wollen eine aktive Gedenkkultur und Vorbild sein, hier und jetzt“, sagte Rothenberg. Die glänzenden Stolpersteine zeigten: „In dieser Nachbarschaft ist braunes Gedankengut unerwünscht.“

In Deutschland und weiteren europäischen Ländern hat Gunter Demnig den Angaben zufolge mittlerweile rund 75.000 Stolpersteine in den Boden gebracht. 1992 hatte der Künstler den ersten Stein vor dem Historischen Rathaus in Köln verlegt. In Köln gibt es mittlerweile mehr als 2.400 dieser Stolpersteine.

Anm. Das obige Bild zeigt den Stolperstein für Ruth Meyer aus Köln-Zollstock.

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