Infoveranstaltung zur Flüchtlingsunterkunft Weißdornweg

Rodenkirchen – Am gestrigen Dienstag fand in der Gesamtschule Rodenkirchen die Informationsveranstaltung „Neue Unterkunft für Flüchtlinge in Köln Rondorf“ statt. Mit dieser Veranstaltung lud die Sozialdezernentin Henriette Reker, Beigeordnete für Soziales, Integration und Umwelt, interessierte Anwohnerinnen und Anwohner ein.

Hass und Wut schlug den Rednern entgegen - Bild: © 2014 Bronisz
Hass und Wut schlug den Rednern entgegen – Bild: © 2014 Bronisz

Geplant war, dass Henriette Reker und Peter Krücker, zweiter Sprecher des Runden Tisches für Flüchtlingsfragen, die Pläne zur Errichtung eines Wohnhauses in mobiler Systembauweise auf dem der Stadt Köln gehörenden Grundstück am Weißdornweg in Hochkirchen erläutern. In einer von offener Wut, bisweilen auch Hass geprägten Atmosphäre ein äußerst schwieriges Unterfangen, wie sich während der folgenden zweieinhalb Stunden dann auch zeigen sollte.

Sah sich schon die Sozialdezernentin einer wütenden Anwohnerschaft ausgesetzt prallte dem Bezirksbürgermeister, Mike Homann, der noch einmal versuchte den Weg zur Entscheidung Weißdornweg zu erläutern, Wut und Hass entgegen. Das ging soweit, dass man Namen jener Rondorfer, die am kritisierten, runden Tisch teilnahmen, nicht nennen wollte, um sie nicht einer „Treibjagd“ auszusetzen. Besonders deutlich wurde der Hass auch, als von Roma gesprochen wurde, die sich in ihrem Land einer massiven Verfolgung und Gewalt ausgesetzt sehen. An dieser Stelle brandete Applaus und Gejohle im Publikum auf. Haben sich in Sürth und Rondorf schon Initiativen für eine Willkommenskultur gebildet, so war die gestrige Veranstaltung ein deutlicher Rückschritt.

Selbstverständlich muss man Ängste, die aber oftmals auch nur abstrakt sind, der Anwohnerinnen und Anwohner ernst nehmen. Dies ist gar keine Frage die man sich erst stellen muss, sondern vielmehr eine Selbstverständlichkeit. Doch dazu bedarf es aber immer zwei. Nämlich jene, die darlegen, warum solche Ängste eben unbegründet sind, und jene, die die Ängste haben. Wenn aber letztere nicht bereit sind zuzuhören, ist es schwierig oder gar unmöglich oftmals unbegründete Ängste den Menschen zu nehmen.

Quo vadis CDU?

Die Vermutung liegt aber auch nahe, dass die Anwohnerinnen und Anwohner gezielt aufgehetzt wurden. So meldete sich der Vertreter einer nicht demokratischen, aber dafür rechtsextremistischen Gruppierung zu Wort, um noch einmal Öl ins Feuer zu gießen und Stimmenfang zu betreiben. Letzteres versuchte aber auch die CDU in Gestalt von Frau von Wengersky, die sich zwar als Anwohnerin zu erkennen gab, jedoch auch wie der Vertreter der rechtsextremen Kölner Gruppierung Wahlkampf betrieb.

Und auch die CDU im Kölner Süden kann sich nicht davon freisprechen derzeit einen Rechtsruck zu erfahren. Immerhin kandidiert für sie ein ehemaliger Bereichsleiter der rechtsextremen Partei „Die Freiheit“, der dort die Funktion hatte, „Die Freiheit“ in Köln aufzubauen. Zudem führte er auf einschlägigen Internetseiten „Videointerviews“ mit deutlich fremdenfeindlichen Inhalten durch. Es ist also nicht unbedingt verwunderlich, dass ausgerechnet dort, wo beide Rechtsextreme kandidieren, auch eine entsprechende Stimmung herrscht.

Wie sich die nächste Bezirksvertretung zusammensetzt ist noch offen. Zeigen wird sich, ob sie durch einen Rechtsruck geprägt wird oder nicht. Es wäre fatal für die Menschlichkeit, dem Ansehen des Kölner Südens und Köln insgesamt. Die rechtsextreme Gruppierung bekommt man aus Köln vermutlich nur schwer weg. Die CDU sollte aber die Kandidatur des ehemaligen Mitglieds der rechtsextremen „Die Freiheit“ neu überdenken. Für den Kölner Süden und Köln insgesamt stünde sich das besser.

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