Infostand von rechts überschattet

Viele Bäume gibt es nicht mehr in Köln. - Bild: Bronisz

Zollstock – Am 15. September 2012 führte DIE LINKE., OV-Innenstadt/Rodenkirchen, einen sehr erfolgreichen Infostand zur Unterstützung des bundesweiten Aktionstages „UmFAIRteilen“ in Köln-Zollstock durch. Dieser wurde leider durch die Aktion eines Zollstocker Mitbürgers getrübt.

Matthias W. Birkwald half beim Infostand mit. - Bild: © 2012 Bronisz
Matthias W. Birkwald half beim Infostand mit. – Bild: © 2012 Bronisz

Unter tatkräftiger Mithilfe des Bundestagsabgeordneten und rentenpolitischen Sprechers der Bundestagsfraktion DIE LINKE., Matthias W. Birkwald, wurde der Infostand zunächst völlig normal durchgeführt. Leider dauerte es nicht lange, bis ein augenscheinlich wütender Mitbürger lautstark forderte, dass man alle Ausländer vergasen sollte. Wohlgemerkt, der Bürger war nicht angetrunken und gehörte sicherlich auch nicht der „Lokalen Szene“ an. Ob dies ein Ergebnis der leider weit verbreiteten rechten Propaganda in Zollstock oder dieses „Denken“ selbst angeeignet wurde und eigene Überzeugung ist sei dahingestellt. Weder in Zollstock, noch sonstwo darf ein solches Gedankengut Meinungsmehrheit sein und werden.

Seit geraumer Zeit finden sich in Zollstock vermehrt Aufkleber und Plakate. Und erst vor weniger als zwei Wochen wurde der Höninger Weg in Höhe von LIDL bis Gottesweg, nebst Seitenstraßen, mit rechten Parolen verschandelt. Diese Täter wurden durch die Polizei gestellt. Auch Drohungen gegen Kommunalpolitiker sind vorgefallen. Nun gab es beim o.g. Infostand viele Augen- und Ohrenzeugen. Matthias W. Birkwald versuchte den aufgebrachten Bürger zur Rede zu stellen, was aber leider gescheitert ist. In seiner Ansicht ließ er sich nicht auf eine Diskussion ein.

Zollstock ist nicht rechts. Im Gegenteil. Zollstock ist ein sehr schöner Stadtteil und ein Bürger brachte es sogar auf den Punkt. Hier wird jeder akzeptiert. Egal wo er herkommt. Die Zollstockerinnen und Zollstocker dürfen sich ihren Stadtteil nicht durch eine verschwindend kleine Gruppe Rechtsradikaler kaputt machen und sich selber nicht durch widerliche Parolen vergiften lassen. Rechtsradikalismus ist in Köln auch kein Zollstocker Phänomen. Auch andere Stadtteile wie Ehrenfeld, Esch und Kalk haben ihre Probleme. Dort allerdings haben sich die Bürgerinnen und Bürger bereits erfolgreich zur Wehr gesetzt.

In Zollstock ist es vermutlich so, dass man sich diesen Stadtteil als Rückzugsgebiet auserkoren hat und mit Aufklebern „sein Revier“ absteckt. Auch wir in Zollstock sollten es nicht zulassen, dass sich hier Angst und Schrecken ausbreitet. Jeder Angriff auf einen Bürger ist auch immer ein Angriff auf die Gesellschaft.

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