HogeSa-Gefahr massiv unterschätzt

Kein neues Hogesa in Köln. Bild: © 2014 Bronisz

Köln/Essen – Niema Movassat, Mitglied des Bundestages der Partei DIE LINKE aus Nordrhein-Westfalen, und Ezgi Güyildar, Jugendpolitische Sprecherin des Landesverbandes der Partei DIE LINKE sowie Mitglied des Rates der Stadt Essen kritisieren die Vorgehensweise der Polizei in Essen anlässlich des HogeSa (Hooligans gegen Salafisten) Aufmarschs.

Kein Platz für rechtes Gedankengut in Köln. - Bild: © 2014 Bronisz
Kein Platz für rechtes Gedankengut in Köln. – Bild: © 2014 Bronisz

Im Anschluss der HogeSa Demonstration kam es zu gewalttätigen Übergriffen auf Teilnehmer des antirassistischen, überparteilichen Demonstrationsbündnisses „Essen stellt sich quer“. Ca. 100 Gegendemonstranten wurden auf ihrem Heimweg von dutzenden Teilnehmern der HogeSa-Demonstration mit Schlagstöcken, Ketten und Reizgas angegriffen.

Niema Movassat: „Die angemeldeten Gegendemonstrationen von des Bürgerbündnisses ‚Essen stellt sich quer‘ waren gut besucht und friedlich. Bereits vor der Demonstration kritisierte das Bündnis das Vorgehen der Polizei und machte diese auf eine Unterschätzung der Gefahr, die durch HogeSa ausging, aufmerksam und forderte das Verbot. Die Polizei nahm jedoch die Befürchtungen nicht Ernst und meinte, sie habe alles im Griff. Der Angriff, bei dem nur durch Glück niemand schwer verletzt worden ist, zeigt, dass die Essener Polizei die Gefahr durch HogeSa-Teilnehmer massiv unterschätzt hat. Dies ist ein Skandal, da man durch die HogeSa-Demonstrationen in Hannover und Köln hätte vorgewarnt sein müssen.“

Ezgi Güyildar, die selber Opfer des Angriffs der HogeSa-Teilnehmer wurde erklärt hierzu: „Keine 100 Meter entfernt von unserem Demonstrationsort, kamen 50-80 Neonazis bewaffnet mit Schlagstöcken und Pfefferspray auf uns zu gerannt. Wir rannten, um uns in Sicherheit zu bringen, in die umliegenden Geschäfte. Es waren mehrere alte Menschen und Kinder dabei. Auch in den Geschäften versuchten die Nazis uns bewaffnet anzugreifen. Die Scheibe eines Geschäfts wurde eingeschlagen. Erst als einige Polizisten zu sehen waren, gingen wir wieder raus. Es ist eine Lüge der Polizei Essen von „Aneinandergeraten der Rechten und Linken“ oder „verbalen Aufschaukeleien“ zu sprechen, während gewalttätige Hooligans friedliche Gegendemonstranten mit Schlagstöcken und Stuhlwurf-Attacken bis in Gaststätten verfolgen, bevor die Polizei überhaupt eingreifen kann. Es ist genau das passiert, was wir vorausgesagt haben. Die Polizei war unglaublich überfordert, dies haben wir am eigenen Leib zu spüren bekommen. Die Polizei muss ihre Falschmeldung unverzüglich korrigieren!“

In den nächsten Tagen ist eine weitere Demonstration der HogeSa in Köln angemeldet. Dazu Güyildar weiter: „Nach den Angriffen in Essen, muss die angemeldete Demonstration der Hogesa in Köln erst recht verboten werden. Die Geschehnisse in Köln liegen gerade einmal ein Jahr zurück. Rassisten, die randalierend und gewalttätig durch NRW ziehen, haben kein Recht auf Propaganda und dürfen keine Plattform mehr finden.“

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