Hilfe, mein Veedel hat Gentrifizierung

Köln – Mit einem politischen Straßentheater vor der Brache am Kartäuserwall 14 wurden die Vorgänge um das dort abgerissene Haus noch einmal dargestellt. Wohnraum in der Kölner Südstadt wird zunehmend teurer und gleichzeitig bei einer finanzstarken Klientel auch immer beliebter. Normal- und Gerinverdiener, aber auch in Armut lebende Menschen können sich die Südstadt schon nicht mehr leisten.

Darstellung der Gerichtsverhandlung. – Bild: Bronisz

So traf es im vergangenen September auch eine Familie am Kartäuserwall. Sie musste umziehen, um Platz für einen Luxusneubau zu machen. Mit der Besetzung des Hauses wollte man den Abriss verhindern und bezahlbaren Wohnraum erhalten. Doch eine Räumung durch die Polizei nur knapp einen Monat später vernichtete den Wunsch das Gebäude zu erhalten. Hier zeigte sich, dass Politik und Justiz jene kriminalisiert, welche sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen, jedoch diejenigen unterstützt, welche bezahlbaren Wohnraum aus reinen Profitinteressen vernichten und damit die Gentrifizierung in den Veedeln einleiten. Dabei heißt es doch im Grundgesetz, dass Eigentum verpflichtet.

Die Darsteller. – Bild: Bronisz

Eine Laientheater-Inszenierung führt nun ein Stück auf in dem dargestellt wurde, wie die Mieter das Haus verlassen mussten und das Objekt dem Abriss freigegeben wurde. Dabei wurde auch auf die Verstrickung Politik, Behörde und Justiz hingewiesen. Wenn man es nicht vorher wusste sah man der Aufführung nicht an, dass hier Laiendarsteller am Werke waren. Über 200 Zuschauer, Anwohner wie Passanten, gaben minutenlangen Applaus der wahrlich verdient war. Solche Aktionen schreien nach einer Wiederholung und man darf hoffen, dass wir noch mehr zu sehen bekommen. So macht man Menschen auf Unrecht aufmerksam.

Zur Bilderstrecke.

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