Großaufgebot der Polizei – Hassdemo in Köln ermöglicht

Solidarität statt rechter Hetze - Bild: Bronisz

Köln – Am 11. August 2012 demonstrierten rund 50 Anhängerinnen und Anhänger der rassistischen Gruppe „German Defence League“,GDL, darunter auch das Ratsmitglied der rechtsextremen Gruppe „ProKöln“, Jörg Uckermann, in der Kölner Innenstadt mit islamfeindlichen und nationalistischen Parolen.Am sogenannten „Marsch der Patrioten“ nahmen allerdings nur wenige Kölner teil, die meisten waren aus Hannover, Frankfurt und anderen Städten angereist. Etwa 200 Menschen beteiligten sich an Gegenaktionen, zu denen das das „Bündnis gegen Pro Köln“ aufgerufen hatte. Einige von ihnen hatten sich mit satirischen Plakaten, „Deutsche, kauft deutsche Bananen“, unter die Rechten gemischt und den „Marsch der Patrioten“ in „Marsch der Idioten“ umgetauft.

Heiner Kockerbeck, Mitglied im Kreisvorstand der Linken Köln, erklärte zum Vorgehen der Kölner Polizei:

Der Umgang der Polizei mit dem gewaltfreien Protest der Antifaschistinnen und Antifaschisten war überzogen und unverhältnismäßig. Ein Tucholsky-Zitat und andere satirische Äußerungen auf Plakaten wurden kriminalisiert. Rund 25 Menschen wurden zwei Stunden lang eingekesselt und einer Personalienfeststellung unterzogen.

Die „German Defence League“, GDL, sieht ihr Vorbild in der „English Defence League“, EDL,. Diese besteht vor allem von rechtsextremen Fußball-Hooligans und verbindet aggressiven Hass gegen Muslime mit den klassischen Nazi-Methoden der Gewalt auf der Straße. Auch der Massenmörder von Norwegen, Anders Breivik, hat sich in seinen Schriften mehrfach positiv auf die English Defence League bezogen.

Ratsmitglied, Claus Ludwig, DIE LINKE., hält die Entwicklung für gefährlich und erklärt:

Die GDL würde, wenn sie Erfolg hätte, zu einem Bindeglied zwischen der Islamhasser-Szene und gewalttätigen Neonazis. Es ist skandalös, wenn die Polizei mit einem Großaufgebot gerade solch einer Gruppe eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz ermöglicht und dabei antifaschistische Proteste kriminalisiert. DIE LINKE behält sich vor, diesen Polizeieinsatz im Rat und im Polizeibeirat zum Thema zu machen.

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