Geschönte Zahlen – Zum Arbeitsmarktbericht NRW Februar 2018

Trotz Beschäftigungszuwachs kein Licht am Ende des Tunnels- Bild: Bronisz

„Auch die registrierten Arbeitslosenzahlen im Februar 2018 lassen die Chefin der Arbeitsagentur NRW einmal mehr wahre Freudensprünge ausführen, wenn sie bei der Vorstellung des aktuellen Arbeitsmarktberichts erklärt, dass Menschen jeden Qualifikationsniveaus derzeit von der Nachfrage nach Abeitskräften profitieren würden und dass ‚der prozentuale Unterschied zum Vorjahr in keinem Monat der vergangenen zwei Jahre so deutlich ausgefallen‘ sei. Dass der überwiegende Teil der eigentlichen Problemgruppen wie Langzeitarbeitslose, An- und Ungelernte, Äusländer*innen und Jugendliche von diesem angeblichen Boom nahezu überhaupt nicht profitiert, ist der eigentliche Skandal,“ kommentiert der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik der Linken NRW, Jürgen Aust, die aktuellen Zahlen.

„So wird eine erneut steigende Zahl von 245.782 arbeitslosen Menschen nur bei der sog. Unterbeschäftigung erfasst, so dass die tatsächliche Arbeitslosigkeit mit 933.737 Menschen inzwischen um 36% höher liegt, als die Monat für Monat geschönten Zahlen der offiziellen Statistik. Insbesondere diejenigen, die seit Jahren hauptsächlich von der Massenarbeitslosigkeit betroffen sind, bleiben weiterhin im Regen stehen. Trotz vollmundiger Versprechungen der Politik, insbesondere das Krebsgeschwür der Langzeitarbeitslosigkeit bekämpfen zu wollen, sind von den erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher*innen 91,3% (!) langzeitarbeitslos. Die Zahl der im Hartz IV-System erfassten Menschen ist mit 1.184.615 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und 490.099 Kindern und Jugendlichen weiterhin auf Rekordniveau. Insbesondere beweist der geringe Abgang aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit, dass die offiziellen Jubelmeldungen überwiegend Propaganda sind. Denn von 153.845 Menschen, die im Februar aus der offiziellen Statistik ausgeschieden sind, haben mit 42.774 lediglich 28% einen bezahlten Job aufnehmen können, während der überwiegende Teil in Maßnahmen oder in sonstigen Warteschleifen verschwindet. Auch erneut steigende Zahlen bei Leiharbeit (+ 6%) und Teilzeitstellen (+ 4,5%) belegen, dass die herrschende neoliberale Arbeitsmarktpolitik sich nahezu ausschließlich den Gesetzen des Marktes unterwirft, der aber an allem anderen interessiert ist, als die Arbeitslosigkeit mit unbefristeten und gut bezahlten Jobs nachhaltig zu bekämpfen.

Diese Zahlen beweisen, dass auch von der neuen Landesregierung aus CDU und FDP alles andere als die Bekämpfung von Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit zu erwarten ist. Wie ihre Vorgängerregierung aus SPD und Grünen sollen die Menschen mit Mogelpackungen beruhigt werden, die aber zu allem anderen führen, als zum Abbau von Arbeitslosigkeit. Es bleibt dabei: nur ein Ausstieg aus der neoliberalen Arbeitsmarktpolitik und ein Kurswechsel hin zu einer Arbeitsmarktpolitik, die mit nachhaltigen öffentlichen Beschäftigungsprogrammen die Arbeitslosigkeit spürbar verringert, wird an dem Skandal der Massenarbeitslosigkeit etwas ändern.“

Quelle: Pressemeldung DIE LINKE. NRW

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