Geförderter Wohnraum im Stadtbezirk Rodenkirchen

Das Kooperative Baulandmodell soll "wirkungsvoll verändert" werden. - Bild: Bronisz

Rodenkirchen – In der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen stand auch meine Anfrage zu gefördertem Wohnraum im Stadtbezirk Rodenkirchen bzw. die Antwort der Verwaltung zu dieser Anfrage auf der Tagesordnung. Und die Antwort ist nicht nur eine Katastrophe, sie ist sozialer Sprengstoff.

Schon beim Areal der DW wird das Baulandmodell nicht angewendet - Bild: © 2015 Berthold Bronisz
Schon beim Areal der DW wird das Baulandmodell nicht angewendet – Bild: © 2015 Berthold Bronisz

Nach der Beantwortung durch die Verwaltung, die hier nachgelesen werden kann, wurden im Jahr 2013 im Stadtbezirk Rodenkirchen nur 3 geförderte Wohnungen gebaut. 2014 wurden überhaupt keine geförderten Wohnungen im Stadtbezirk gebaut obwohl Rodenkirchen 13 Stadtteile mit über 100.000 Einwohnern umfasst und damit auf dem Niveau einer Großstadt liegt. Außerdem ist Rodenkirchen einer der wenigen Stadtbezirke, in denen am meisten gebaut wird. Was läuft hier also falsch?

Noch vor wenigen Tagen hat die Stadt Köln eine Pressemeldung herausgegeben und sich selbst für den Rekord beim Wohnungsbau im Jahre 2014 gelobt. Fast nebensächlich erschien die darin enthaltene Meldung, dass es aber nur 302 geförderte Wohnungen gibt. Doch genau diese Nebensächlichkeit war der Grund für meine Anfrage, da wir ja wissen, dass sich der geförderte Wohnungsbau seit 1998 mehr als halbiert hat.

Wenn man sich das Jahr 2013 veranschaulicht und sieht, wo und wie viel geförderter Wohnraum entstanden ist, dann beschleicht einem das Gefühl, dass es (auch) auf Gentrifizierung hinausläuft. So wurden im Jahr 2013 324 geförderte Wohnungen fertiggestellt die sich auf nachfolgende Stadtbezirke so verteilen:

Stadtbezirk 2 = 3 WE
Stadtbezirk 3 = 58 WE
Stadtbezirk 4 = 132 WE
Stadtbezirk 5 = 12 WE
Stadtbezirk 7 = 66 WE
Stadtbezirk 8 = 14 WE
Stadtbezirk 9 = 39 WE

Und das Jahr 2014 ist noch katastrophaler:

Stadtbezirk 3 = 10 WE
Stadtbezirk 7 = 11 WE
Stadtbezirk 8 = 187 WE
Stadtbezirk 9 = 94 WE

Unter diesen Gesichtspunkten erscheint die Pressemeldung der Stadt Köln zynisch. Sie beinhaltet eben nicht nur einen Rekord beim Wohnungsbau, sondern, und das ist das Wichtige an der „Nebensächlichkeit“ dieser Pressemeldung, einen Negativ-Rekord beim geförderten Wohnungsbau.

Dass der Wohnraum für Geringverdiener und Transferleistungsempfänger immer knapper wird ist nicht erst seit gestern bekannt. Hinzu kommt aber nun, dass eben dieser knappe Wohnraum aufgrund der Zunahme von Flüchtlingen zu „Konflikten“ auf dem Wohnungsmarkt führen wird. Darauf wieß nämlich in der vorhergehenden „Aktuellen Stunde“ zur „Flüchtlingsunterbringung im Bezirk Rodenkirchen“ der Leiter des Wohnungsamtes hin.

Angesichts der Antwort der Verwaltung habe ich nun in der Sitzung meine Anfrage ergänzt und wollte wissen, wie viele Wohnungen im gleichen Zeitraum aus der Sozialbindung gefallen sind. Auch diese Beantwortung wird sehr spannend werden, da sie die o.g. Dramatik noch weiter verschärfen wird.

Der Politik im Rat und in den Bezirken sei es gut geraten hier nun die Notbremse zu ziehen. Das sog. „Kooperative Baulandmodell“ ist nichts weiter, als ein zahnloser Tiger. Es besteht dringender und sofortiger Handlungsbedarf, sonst steuern wir in eine soziale Katastrophe. Ich habe in der gestrigen Sitzung erklärt, keiner Beschlussvorlage mehr zuzustimmen die keine 30%ige Förderung enthält.

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