Für die Demokratie einstehen

"Köln gegen Rechts" organisierte die Gegendemo. - Bild: Berthold Bronisz / r-mediabase.eu

Köln – „Für die Demokratie einstehen“ lautete eine Botschaft auf dem Schild eines Gegendemonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln. Dort fanden sich gestern rund 500 Gegendemonstranten der Gegendemo von „Köln gegen Rechts“ ein, um lautstark gegen die von der Rechtsextremistin Ester Seitz angemeldete und nur 200 Meter weiter stattfindende Kundgebung ewig Gestriger zu protestieren. Die rechtsextreme Gruppe „PRO NRW“ führte diese „Kundgebung“ unter dem Motto „Ein Jahr nach dem Kölner Silvester-Pogrom – kein Vergeben, kein Vergessen!“ mit etwa 50 Teilnehmern durch und legte anschließend mit ihrem Marsch durch die Stadt diese auch noch zeitweilig lahm.

Mit ihrer „Kundgebung“ knüpften die Rechtsextremen noch einmal an ihre Demonstration aus dem Vorjahr an. Wohl auch, um vielleicht das eine oder andere Stimmchen für die anstehende Landtagswahl zu gewinnen. Doch damit hatten sie auch gestern keinen Erfolg, denn abgeschirmt von der Polizei waren sie zum einen nach außen kaum sichtbar und zum anderen lief damit ihre „Demo“ schlicht ins Leere.

Einer der Hauptredner auf der Gegendemo war Matthias W. Birkwald, MdB, DIE LINKE. – Bild: Berthold Bronisz / r-mediabase.eu

Dass es in den letzten Jahren eine Zunahme rechtsextremer Kundgebungen und Demonstration gab und gibt ist beängstigend. Insbesonders ältere Menschen, die den Krieg noch als Kinder und Jugendliche erlebt haben, sehen eindeutige Parallelen zu ihrer Jugendzeit und der Machtübernahme der Nazis. Und es zeigt auch, wie sehr die Demokratie heute wieder gefährdet ist. Dies ändert auch nichts daran, dass zu den Gegendemos immer mehr Teilnehmer kommen, als zu den Demos rechter Gruppen und Parteien. Immer mehr Menschen wählen eben diese Parteien in kommunale- und in die Landesparlamente. Und auch bei der kommenden Bundestagswahl steht die AFD in den Startlöchern. Es scheint, als stünde die „Gute alte Zeit“ wieder vor der Tür …

Auch aus dem demokratischen Parteienspektrum gab es viel Unterstützung für die Gegenddemonstranten. So kamen von der SPD der ehemalige Oberbürgermeisterkandidat Jochen Ott und viele Genossinnen und Genossen. Der Bezirksbürgermeister der Innenstadt, Andreas Hupke, Bündnis 90/Grüne und Vertreter der Ratsfraktion DIE LINKE., Gisela Stahlhofen und Michael Weisenstein.

Unter den vielen Rednerinnen und Rednern der Gegendemo war auch der Kölner Bundestagsabgeordnete, Matthias W. Birkwald, DIE LINKE., der die Frage, warum es ein Erstarken rechter Parteien gibt, dann auch gleich folgerichtig beantwortete. Einer der Hauptgründe ist die soziale Schieflage. Nicht jeder, der AFD oder eine andere, rechtsextreme Partei wählt, ist damit auch ein Rassist oder Faschist. Eine solche Wahl kann auch Ausdruck von Protest sein. Eine solche Wahl kann aber auch die Reaktion auf die einfachen Antworten rechter Parteien sein.

Was die Zunahme rechter Demonstrationen betrifft. Schon am 14. Januar soll eine weitere, rechte Demo stattfinden. Unter dem Motto „Keine Gewalt gegen Deutsche“ hat ein bekannter Neonazi aus Zollstock zu einer Demo in Köln-Kalk aufgerufen …

Bilderstrecke.

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