Frühlingsempfang der Kölner Linksfraktion

Frühlingsempfang der Kölner Ratsfraktion DIE LINKE. - Bild: Bronisz

Köln – Mit einem Frühlingsempfang oder besser, nachgeholtem Neujahrsempfang, wartete am Mittwoch die Kölner Linksfraktion im Bürgerhaus Kalk auf. Bei mäßigem Wetter, durchsetzt von Wind und Regen, dafür aber auf einem überdachtem Platz trafen sich Genossinnen und Genossen, Mitglieder aus Vereinen und Initiativen, Träger der Wohlfahrtspflege sowie der Jugendarbeit. Der Empfang fand also im Freien statt, war dafür aber eben ohne Maske möglich.

Dass nach über zwei Jahren ein solches Treffen wieder möglich ist, ist natürlich erfreulich. Viele sahen sich in dieser Zeit meist nur virtuell. Dabei sind die Zeiten noch immer alles andere als erfreulich. Noch ist die Pandemie nicht vorbei und Putins sinnloser völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf die Ukraine fordert tausende von Menschenleben. Zumeist von Zivilisten wie Frauen, Kinder und alte Menschen. Die Zeichen stehen also immer noch auf Sturm.

Ratsfrau und Fraktionsvorsitzende Güldane Tokyürek eröffnete den Empfang und wies in ihrer Rede auf die Wichtigkeit der Hilfe für die Flüchtlinge hin. Ziel muss es sein, ein Angebot zu machen, dass es ermöglicht, ein normales Leben zu führen und vor allem, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. „Das gilt insbesondere für die vielen Kinder und Jugendlichen unter ihnen. Für sie und alle Kölner Kinder müssen wir mehr Tempo für ein inklusives Schulsystem machen, zunächst mit ausreichend Gesamtschulen und mehr Geld für Schulen mit vielen benachteiligten Schülerinnen.“, sagte Güldane Tokyürek. Aber nicht nur der Krieg war das Thema auf dem Empfang. Güldane Tokyürek zeigte die Dringlichkeit des ökologischen Umbaus der Stadt, sowie die Wichtigkeit der Klimaneutralität: „Das betrifft die Frage, welche Energie wir verbrauchen ebenso wie die Frage, mit welchen Verkehrsmitteln wir bevorzugt mobil sind oder in welchen Gebäuden wir leben. Köln hat sich Ziele gesetzt. Doch um tatsächlich so schnell wie möglich klimaneutral zu werden, braucht es eine aktive Opposition, die immer wieder den Finger in die Wunde legt, und die Politik und Stadtverwaltung zur Eile antreibt.“ Recht hat sie.

Besonders erfreulich an dem Abend war die Anwesenheit der ehemaligen Ratsfrau und Landtagsabgeordneten Hamide Akbayir. Hamide Akbayir, die ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, wurde über ein halbes Jahr gegen ihren Willen in der Türkei festgehalten und durfte nicht ausreisen. Sie erzählte noch einmal über die schwere Zeit und dankte allen, insbesondere Jörg Detjen, für die Unterstützung in dieser Zeit.

Landtagskandidat Kalle Gerigk, besser als „Mieter-Rebell“ bekannt, verwies noch einmal auf die Wohnungsnot in Köln, die Mietensteigerungen und die damit einhergehenden Probleme vieler Menschen. Kalle Gerigk setzt sich insbesondere auch für wohnungs- und obdachlose Menschen ein. So machte er auch noch mal auf die Häuser an der Friedrich-Engels-Straße in Köln-Sülz aufmerksam. Diese im Besitz der Russischen Föderation befindlichen Häuser stehen schon seit vielen Jahren leer. Kalle Gerigk fordert von der Stadt, diese Häuser zu beschlagnahmen, damit sie endlich für Wohnungslose und Flüchtlinge genutzt werden können. Am Samstag, 9. April, findet dort wieder ein Protest statt.

Alles in allem war es ein schöner Empfang, aber mit ernsten Themen die auch Anlass zu Diskussionen boten. Die Zeiten sind ernst, aber sie sind nicht geeignet, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Linksfraktion jedenfalls wird sich auch in Zukunft den Herausforderungen stellen.

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