Elternwünsche nach mehr Gesamtschulen respektieren

OGTS in Köln-Müngersdorf. - Symbolbild: Bronisz

Köln – In der gestrigen Sitzung des Schulausschusses wurden erneut die aktualisierten Planungen der Stadt Köln für die Entwicklung der Schullandschaft bis ins Jahr 2025 vorgelegt. Jahr für Jahr bekommen rund 700 Kinder keinen Platz an einer Gesamtschule, während die Stadt bei den anderen Schulformen genügend Plätze zur Erfüllung aller Schulwünsche bereitstellt.

Schule in Müngersdorf. – Symbolbild: Bronisz

Hierzu meint Heiner Kockerbeck, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Kölner Stadtrat: Rund 7000 Kinder mussten im Lauf von zehn Jahren von Gesamtschulen abgewiesen werden. Es gibt einen starken Trend bei Eltern hin zu dieser sozial integrativen Schulform. Deshalb reichen die bisherigen kleinschrittigen Maßnahmen der Stadt nicht aus. Köln braucht ein Ausbauprogramm für neue Gesamtschulen: Jeder Gesamtschulwunsch muss erfüllt werden!

Die aktualisierte Schulentwicklungsplanung will an bestehenden Gesamtschulen mehr Klassen bilden. Bereits jetzt besitzen die Kölner Gesamtschulen weitaus mehr Klassen („Züge“) je Jahrgang als Gymnasien, Real- oder Hauptschulen. Deshalb wehren sie sich gegen die Erweiterung ihrer Schulen mit dem Argument, dass bestehende pädagogische und organisatorische Konzepte dadurch erschwert oder unmöglich werden.

Die Erweiterung der Gesamtschule Chorweiler von acht auf neun Züge in den Jahrgängen 5 bis 10 scheiterte mittlerweile an der Bezirksregierung Köln. Sie verwies auf die jetzige Größe der Schule und kündigte an, dem die Genehmigung zu verweigern. DIE LINKE in Rat und Bezirksvertretung fordert deshalb für den Stadtbezirk Chorweiler eine zweite Gesamtschule. Für den Bezirk Rodenkirchen wiederum blockieren CDU und Grüne im Rat den Beschluss für eine Gesamtschule in Rondorf, obwohl die Bezirksvertretung dies wünscht. Das vorgelegte Planungspapier der Schulverwaltung sieht nur einen langsamen Ausbau der Gesamtschulplätze bis 2025 vor, auf 38% der Schulplätze in der dann startenden Klasse 5.

Deshalb zieht Heiner Kockerbeck das Fazit: „Die Zahl der Gesamtschulplätze wächst geringer, als die Nachfrage steigt. Aus diesem Dilemma kommt Köln nur heraus, wenn der Rat den Grundsatzbeschluss fasst, dass ein Ausbauprogramm für Gesamtschulen Vorrang vor teuren innenstädtischen Prestigebauten bekommt. Auch muss das Land NRW den Städten finanziell helfen, die Gesamtschullücke zu schließen. Es ist eine Frage der sozialen Ausgewogenheit und Demokratie, dass der weit verbreitete Wunsch nach mehr Gesamtschulen nicht länger enttäuscht wird.

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