Eine Schule für alle Kinder – Protest vor dem Kölner Rathaus

Bezirksbürgermeister Mike Homann, SPD, und der schulpolitische Sprecher B90/Grüne, Horst Thelen, haben unterschiedliche Ansichten. - Bild: Bronisz

Köln – Rund 40 Teilnehmer trafen sich gestern vor der Ratssitzung auf dem Laurenzplatz, um gegen das geplante Gymnasium in Rondorf zu demonstrieren. Damit folgten sie einem Aufruf der Bürgerinitiative für eine Gesamtschule in Rondorf. Entgegen dem Beschluss der Bezirksvertretung Rodenkirchen, nachdem eine Gesamtschule mehrheitlich favorisiert wurde, hatten CDU und Grüne im Rat diesen Beschluss einfach ignoriert und ein Gymnasium durchgesetzt.

Die Ignoranz des Rates in der Schulfrage war Anlass zu einem Schreiben des Bezirksbürgermeisters Mike Homann, der sich in seinem Protestschreiben zusammen mit den Schulleiterinnen und Schulleitern, sowie den Schulpflegschaften an die Oberbürgermeisterin wandte. In diesem Brief wird die Oberbürgermeisterin, Henriette Reker, aufgefordert, ihre Entscheidung vom 22. November 2018 zu revidieren, dem Beschluss der Bezirksvertretung Rodenkirchen, vom 12. November 2018, zu folgen und in der Ratssitzung am 14. Februar und im Schulentwicklungsplan den Planungsbeschluss für eine Gesamtschule in Rondorf zu treffen. Dieser Brief sorgte bei CDU und Grünen für Irritationen und es gab auch Vorwürfe, dass der Bezirksbürgermeister seine Neutralitätspflicht verletzen und Parteipolitik betreiben würde. Ein Vorwurf der überhaupt nicht haltbar ist, denn ein Bezirksbürgermeister ist auch nur dann ein guter Bezirksbürgermeister, wenn er um die gefassten Beschlüsse in seiner Bezirksvertretung kämpft. Insbesondere dann, wenn der Grund für die Missachtung der Beschlüsse in diversen Machtspielchen zu finden ist.

Mike Homann der in der Ratssitzung das Wort erhalten hat, wies in einer emotionalen Rede noch einmal auf die Dringlichkeit einer Gesamtschule in Rondorf hin und machte ebenso deutlich, dass hier eher Macht-, als Sachpolitik das Gymnasium in Rondorf durchgesetzt hat. Denn letztlich, so hat es den Anschein, ging es hier um den Erhalt der schwarz/grünen Koalition im Rat und nicht um die Wünsche der Schulleiter, 11 Schulpflegschaften, der Stadtschulpflegschaft, der Fachverwaltung, der Lehrergewerkschaft GEW, der I:mgik, der WiSü, der Bürgerinitiative und natürlich nicht zuletzt der Mehrheitsmeinung in der Bezirksvertretung.

Der Rat hat sich gestern in der Schulfrage wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert.

Bilderstrecke.

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