Dritte Baustufe Nord-Süd-Stadtbahn

Über die "Villa Lenders" sollte nicht gesprochen werden - Bild: © 2012 Bronisz

Zollstock – Am 29. Januar 2013 fand in der Europaschule Zollstock eine Infoveranstaltung zur dritten Baustufe Nord-Süd Stadtbahnbau bis zum Verteilerkreis statt. Um zu erfahren, wie die Stadt Köln den nötigen Umbau auf der Bonner Straße plant, aber auch um Fragen zu stellen und Kritik zu äußern fanden sich etwa 200 Bürgerinnen und Bürger ein.

Über die "Villa Lenders" sollte nicht gesprochen werden - Bild: © 2012 Bronisz
Über die „Villa Lenders“ sollte nicht gesprochen werden – Bild: © 2012 Bronisz

Zu Anfang stellte Gerd Neweling, Leiter des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau, klar, dass er nicht gekommen sei, um über die Villa Lenders zu diskutieren. Mit dieser Aussage wurde deutlich, dass die Stadt wohl keine Möglichkeit sieht, -oder sehen will-, das alte und aus der Gründerzeit stammende Gebäude zu erhalten. Letztlich geht es aber auch nicht mehr nur um dieses alte und unter Denkmalschutz stehende Gebäude, sondern insgesamt um 10 Häuser die vom Abriss bedroht sind.

Um nicht missverstanden zu werden. Ich halte es für richtig und wichtig, dass der Autoverkehr abnimmt, um mit dem ÖPNV und anderen, individuellen Verkehrsmitteln zur Verkehrsberuhigung und einem Abnehmen von Umweltbelastungen beizutragen. Dies muss aber immer im Einklang mit Bürgerinteressen stehen. Insbesondere dann, wenn es um Existenzen und zu erwartende, soziale Probleme geht. Und genau an dieser Stelle hagelte es durchaus berechtigte Kritik.

Es geht nunmehr nicht nur um die Villa Lenders alleine, sondern um 10 Häuser die vor einem Abriss stehen. Betroffen sind aber nicht nur Eigentümer, denen man, wie in der Veranstaltung deutlich wurde, Beträge weit unter dem Wert angeboten hatte, sondern auch Mieterinnen und Mieter, ggf. auch Familien mit Kindern, die sich eine neue Bleibe werden suchen müssen. Dabei ist es nicht sicher, dass sie auch im selben Stadtteil eine neue Wohnung finden werden. Bestehende soziale Umfelder werden hier also auseinanderbrechen. Dies alles sind Fragen, die viel zu kurz gekommen sind.

Baubeginn soll nach Planung Anfang 2016 sein. Kann die Stadt Köln diese Planung einhalten wenn Eigentümer sich auf ein Enteignungsverfahren einlassen? Solche Verfahren können erheblich länger dauern.

Da die Stadt auf der Bonner Straße zweigleisig bauen muss, dies vermindert die Unfallgefahr und sorgt für einen vom Autoverkehr unabhängigen Bahnverkehr, ist eine Umgestaltung nicht vermeidbar. Häuser müssen weichen, Bäume werden gefällt. Ein Integrieren der Gleiskörper in die Straße, wie z.B. auf dem Höninger Weg in Zollstock, sei, so Gerd Neweling, eben wegen der Verminderung von Unfallgefahren nicht möglich. Zudem hat der Höninger Weg auch Bestandschutz. Weiterhin, und vermutlich auch der wichtigste Aspekt, gibt es für integrierte Gleiskörper keine Zuschüsse von Land und Bund.

Nach derzeitigem Stand sieht es also für die 10 Häuser schlecht aus. Das allerletzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

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