Bombenfund in Zollstock – Etwa 8500 Personen evakuiert

Der Ordnungsdienst forderte zum Verlassen der Wohnungen auf. - Bild: Bronisz

Zollstock – Bei Sondierungsarbeiten fand man am gestrigen Vormittag in der Briedeler Straße in Köln-Zollstock eine Fliegerbombe englischen Typs mit Langzeitzünder. Um welches Kaliber es sich handelte konnte zunächst nicht festgestellt werden da die Bombe anfänglich nur teilweise freigelegt werden konnte. Aufgrund des Langzeit- bzw. Säurezünders wurden alle umliegenden Gebäude sofort evakuiert. Noch am selben Tag musste die Bombe vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft werden.

Wie sich etwas später herausstellte, handelte es sich um einen 250 Kilo schweren Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg. Nach dem der Evakuierungsradius  auf 500 Meter festgelegt wurde mussten etwa 8500 Menschen ihre Wohnungen, ihre Arbeitsplätze oder sonstigen Aufenthaltsräume und den Evakuierungsbereich verlassen. Insbesondere ältere und mobilitätseingschränkte Personen fanden vorübergehende Zuflucht in der Aula des Alfred-Müller-Armack-Berufskollegs. Viele andere Personen hatten früher Feierabend und fuhren nach Hause, so dass man eigentlich nicht von 8500 evakuierten Personen reden konnte. Auch ich gehörte zu den 8500 Betroffenen und bin dann ins AMA-Berufskolleg gegangen, um dort die Entschärfung abzuwarten. Das Berufskolleg selbst war auf eine Menge von etwa 1000 Personen ausgerichtet und hatte auch entsprechend viel Mahlzeiten, Gemüse- und Linsensuppe, geordert. Getränke und Knabbereien gab es schon vorher an einem Wagen der Johanniter.

Langsam füllte sich das AMA-Berufskolleg. – Bild: Bronisz

Leider gab es am Nachmittag einen internistischen Notfall auf dem Schulhof des Berufskollegs bei der eine Person reanimiert werden musste. Wie der Pressesprecher des Ordnungsdienstes aber später mitteilte, ist alles mehr oder weniger gut ausgegangen. Da die Rettungskräfte ohnehin vor Ort waren, konnte innerhalb weniger Sekunden schon mit den Rettungsmaßnahmen begonnen werden.

Der Ordnungsdienst der Stadt Köln führte zwei „Klingeldurchgänge“ durch, um festzustellen, ob auch alle Personen ihre Wohnungen verlassen hatten. Gegen 18:15 Uhr wurde auch der Luftraum über Zollstock gesperrt, was auch auf eine baldige Entschärfung hindeutete. So war es dann auch. Gegen 19:05 Uhr war die Bombe entschärft und die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner konnten wieder nach Hause gehen oder wurden von den Krankentransportern wieder zurück in ihre Seniorenresidenzen gebracht.

Wie oft man in den letzten Wochen, Monaten und Jahren immer wieder von Bombenfunden gehört, gelesen und gesehen hatte zeigt auf, wie hoch die Gefahr noch immer ist. Auch Zollstock wurde diesmal nicht verschont. Für mich war es das zweite Erlebnis dieser Art in Zollstock. Schon 1996 durfte ich nicht in meine Wohnung, weil man an der Pohligstraße einen Blindgänger gefunden hatte. Zollstock gehört auch mit zu den Gebieten, die im Krieg einiges abbekommen haben. Zum einen gab es hier Industrie, zum anderen wegen der Gleisanlagen.

Radio Köln sprach mit den Betroffenen. – Bild: Bronisz

Die Betroffenen, die im AMA-Berufskolleg untergebracht waren, sahen die Situation eher entspannt und „Nörgeleien“ gab es tatsächlich nur von wenigen Einzelpersonen. Die Einsatzkräfte machten hier einen sehr guten Job. An dieser Stelle sei auch ein Dankeschön für die Einsatzkräfte, insbesondere dem Kampfmittelbeseitigungsdienst, ausgesprochen.

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