Belegungsmanagement für Flüchtlingsunterkünfte

Zur Menschenwürde gehört auch eine entsprechende Unterbringung. - Bild: Bronisz

Köln – Auf der Ratssitzung am 14. Februar ist ein von der LINKEN initiierter Antrag zur Weiterbearbeitung in den Sozialausschuss verwiesen worden. Zusammen mit SPD und Piraten möchte DIE LINKE ein Belegungsmanagement für Flüchtlingsunterkünfte einführen. Ziel des Belegungsmanagement muss es sein, eine optimale Verteilung der Geflüchteten auf die Unterkünfte im Hinblick auf die Mindeststandards bzw. die Leitlinien zur dezentralen Unterbringung zu erreichen.

So sind Turnhallen keine angemessene Unterbringung von besonders Schutzbedürftigen. Dazu gehören neben Familien und Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern auch körperlich und psychisch Kranke, Traumatisierte, Menschen mit Behinderung, Opfer von Menschenhandel, Folter- und Vergewaltigungsopfer, Menschen über 65, Schwangere, homosexuelle und transgender- Geflüchtete. Falls diese Geflüchteten fälschlicherweise doch einmal in einer ungeeigneten Unterkunft einquartiert werden, müssen sie binnen einer Woche verlegt werden können.

„In den letzten beiden Jahren war die Unterbringung teilweise sehr chaotisch. Jetzt kommen viel weniger Flüchtlinge und die Verwaltung hat die Zeit, ihre Abläufe zu verbessern. sagt der Fraktionsvorsitzende Jörg Detjen und fügt hinzu, dass in jüngster Zeit eine Familie mit vier Kindern zwischen drei verschiedenen Turnhallen umziehen musste. „So etwas müssen wir zukünftig verhindern.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden meistens vernünftig untergebracht. Doch wenn sie 18 Jahre alt werden, müssen einige von ihnen in Turnhallen ohne Privatsphäre umziehen. „Anstatt sie für ihr zukünftiges Leben bei uns zu motivieren, wirft man sie in Lethargie und Langeweile zurück. Das ist doch integrationspolitscher Wahnsinn! meint Jörg Detjen. „Alle Geflüchteten müssen ihren Umzug in eine vernünftige Unterbringung mit Privatsphäre und der Möglichkeit, sich selbst zu versorgen, vor Augen haben. Mit einem Belegungsmanagement kann man die Kriterien transparent machen und gezielt steuern.“

Die Forderung nach einem Belegungsmanagement wird ebenfalls vom Kölner Flüchtlingsrat und den Willkommensinitiativen erhoben.

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