Beinahekatastrophe – Bombenfunde in Zollstock

Evakuierung nach einem Bombenfund in Zollstock. - Bild: Bronisz

Zollstock – Nur knapp entging Zollstock am Dienstag einer Katastrophe. Bei Bauarbeiten wurde am Karlheinz-Steimel-Weg in Zollstock eine 5-Zentner Bombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Dies war bereits der zweite Fund innerhalb von vier Tagen an der dortigen Baustelle. Wie bei dem Fund der ersten Bombe, entschied man sich dafür, die Entschärfung der zweiten Bombe einen Tag später durchzuführen, da in unmittelbarer Nähe Waggons der DB auf den Gleisen standen welche Gefahrgut enthielten. Der Abtransport dieser Waggons dauerte Stunden, so dass entschieden wurde, die Entschärfung um einen Tag zu verschieben.

Bei dem Fund der zweiten Bombe am Dienstag entging Zollstock nur knapp einer Katastrophe. Arbeiter rammten schwere Stahlträger in den Boden. Ein Träger verfehlte den Zünder um weniger als einen Meter. Dies sind neue Details, die der WDR in seiner aktuellen Lokalzeit berichtete. Dass die Anwohnerinnen und Anwohner sicherlich genervt von den Evakuierungen sind, -immerhin gab es seit August 3 Evakuierungen in Zollstock-, dürfte verständlich sein. Doch angesichts einer noch immer im Boden verborgenen Gefahr ist das Gefühl des genervt seins immer die bessere Alternative.

Der Ordnungsdienst hatte viel zu tun. – Bild: Bronisz

Mit den neuen Details stellen sich aber auch nun kritische Fragen. Warum kann an der Baustelle Karlheinz-Steimel-Weg nicht sondiert werden? Zumindest diese Frage lässt sich plausibel erklären. Im Boden liegt so viel Metall, dass man mit den Detektoren keine vernünftige Messung vornehmen kann. Daraus ergibt sich aber nun die zweite Frage. Kann dort weiter gebaut werden? Diese Frage ist natürlich nicht so einfach zu beantworten. Zumindest kann man nicht verlangen, dass die Arbeiter dort ihr Leben riskieren, wenn sie mal eine Schaufel in den Boden rammen. Ein temporärer Baustopp wäre nun eigentlich angebracht. Zumindest bis eine vernünftige Sondierung möglich ist. Die Gefahr, dass dort weitere Bomben liegen ist zu hoch. Die Gleisanlagen auch in Zollstock waren ein Ziel von Bombenangriffen und, wie man aktuell wieder sehen kann, nicht jede Bombe ist explodiert.

Rund 7000 Menschen mussten heute, wie auch bereits am Samstag, ihre Wohnungen verlassen. Viele von ihnen kamen auch heute wieder vorrübergehend in der Berufsschule Brüggenerstraße unter. Und so sehr die Helfer professionelle Arbeit leisteten und es auch wieder eine gute, warme Mahlzeit gab. Die Evakuierungen können nicht zum Dauerzustand werden. In Zollstock wird aktuell viel gebaut. Vermutlich gerät dabei noch einiges ans Tageslicht …

Artikel drucken

Share This:

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*