Arbeitsmarkt NRW – Hunderttausende abgehängt

Arbeitsmarkt NRW - Hundertausende abgehängt. Bild: Bronisz

Düsseldorf – „882.011 arbeitslose Menschen sind für die Chefin der Regionaldirektion NRW, Christiane Schönefeld, in erster Linie Anlass, den sog. Fachkräftemangel zu beklagen, wenn sie in dem aktuellen Arbeitsmarktbericht NRW die nach wie vor dramatisch hohen Arbeitslosenzahlen in erster Linie darauf reduziert, dass ‚Arbeitgeber fast alles versuchen, auch bei schlechter Auftragslage, ihre Fachkräfte zu halten‘,“ kommentiert der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik im Landesvorstand DIE LINKE.NRW, Jürgen Aust, die aktuellen Arbeitslosenzahlen.

„Während die offizielle Statistik lediglich 634.643 arbeitslose Menschen in NRW zählt, unterschlägt sie Monat für Monat ca. 40 % von Arbeitslosen, die entweder in sog. „Maßnahmen“ abgeschoben werden oder als über 58-jährige statistisch als Arbeitlose nicht mehr erfasst werden. Dadurch gelingt es der herrschenden Arbeitsmarktpolitik beständig der Öffentlichkeit zu suggerieren, dass der Arbeitsmarkt sich angeblich ‚robust‘ zeige oder die seit Jahren überfällige Weiterbildung zu beschwören, obwohl dieselben politisch Verantwortlichen gerade die Mittel für Weiterbildung in den letzten Jahren drastisch zurückgefahren haben.

Bei dieser Art von politischer Schönfärbung bleiben dann eben mal hunderttausende auf der Strecke, die bei dem neoliberalen Gesellschaftsmodell nicht mehr verwertbar sind: das sind aktuell 1.139.310 Mio. (!) Menschen, die erwerbsfähig und bei den Jobcentern erfasst sind, aber im neoliberalen Ranking nicht mehr gebraucht werden; das sind ca. 55.000 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die in dieser Größenordnung auf dem kapitalistischen Arbeitsmarkt keine Chancen erhalten; das sind ca. 22.000 junge Menschen, die noch nicht einmal einen Ausbildungsplatz erhalten. Aber neoliberale Politik gefällt sich unentwegt darin, diesen Menschen irgendwelche Vermittlungshemmnisse anzudienen, obwohl alle verantwortlichen Akteure die Ursache dafür kennen, aber nicht sagen dürfen: es fehlen massenhaft menschenwürdige Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Wir brauchen deshalb in NRW eine inklusive Arbeitsmarktpolitik, die alles daran setzt, dass Menschen unabhängig von Herkunft und Hautfarbe eine sinnstiftende Arbeit erhalten und insbesondere junge Menschen nicht bereits am Anfang ihres Berufslebens nicht auf’s Abstellgleis geschoben werden. Das ist aber mit den herrschenden Parteien von CDU/SPD/FDP und leider auch Grünen nicht zu haben.

Quelle: Pressemeldung DIE LINKE. NRW

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