Aktuelle Stunde zu den Shell-Störfällen

Rodenkirchen – In der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung 2, Rodenkirchen, gab es zu den jüngeren Störfällen der Shellraffinerie eine Aktuelle Stunde. Hierzu kamen 2 Vertreter der Raffinerie und Herr Kiefer vom städtischen Umweltamt. Eine Einladung ging auch an die Bezirksregierung. Dort hielt man es allerdings nicht für nötig, einen Vertreter in die Bezirksvertretung zu entsenden.

Störfälle bei Shell sind keine Seltenheit. - Bild: Stefan Vorreiter / pixelio.de
Störfälle bei Shell sind keine Seltenheit. – Bild: Stefan Vorreiter / pixelio.de

Sieht man einmal davon ab, dass der Stadtbezirk 2, Rodenkirchen, mit einer Einwohnerzahl von über 100.000 Menschen Großstadt-Niveau hat, empfinde ich das Verhalten der Bezirksregierung schlicht unterirdisch, um nicht zu sagen, arrogant. Immerhin, wie es ein Kollege formulierte, ging es nicht um einen umgeknickten Poller auf einer Landstraße, sondern um ein sehr ernstes wie wichtiges Thema. Und die Menschen haben ein Recht, dass sie stellvertretend für die Betroffenen der Bezirksvertretung Rede und Antwort stehen. Doch seitens der Bezirksregierung wollte man offensichtlich mit einem, aus deren Sicht, wohl auch unwichtigen Gremium wie eine Bezirksvertretung nicht reden.

Die Vertreter der Shell-Raffinerie führten aus, wie es zu der Leckage und dem Auslaufen des Kerosins gekommen ist. Demnach war die Ursache eine Elektro-Leitung, deren Wechselfelder sich auf die Kerosinleitung negativ ausgewirkt und Leckage verursacht haben. Shell, so wurde weiter ausgeführt, hat den Schaden verursacht und wird für die Kosten aufkommen. Bisher wurden von den ausgelaufenen 1.000.000 Litern etwa 100.000 Liter wieder abgepumpt und zurückgeführt. Weiterhin wurden auch vier weitere Grundwasser-Messstellen eingerichtet und beprobt. Die etwa 70 Jahre alten Rohrleitungen sollen, nach Angaben von Shell, in einem einwandfreien Zustand sein und werden nicht nur von Shell selbst, sondern auch vom TÜV regelmäßig geprüft.

Weiterhin gab es im Werk-Nord, Godorf, zwei weitere Störfälle bei denen Heartcut, -ein Gemisch unterschiedlicher Aromaten-, und Heizöl ausgetreten ist.

Dass die ausgetretenen Stoffe schädlich für Umwelt und Mensch sind wurde in der Sitzung betont. Jedoch schließt man eine Gefahr für das Trinkwasser aus. Auch Herr Kiefer vom Umweltamt verneinte eine Gefährdung. Hinzu kommt, dass es auch beim Trinkwasser eine zusätzliche Sicherung in Form von Aktivkohlefilter gibt, die eine Kontaminierung verhindern.

Die „Aktuelle Stunde“ war eher eine „Aktuelle Fragestunde“. Im Nachgang bleiben in meiner Sicht Fragen offen, bzw. wurden neue Fragen aufgeworfen, die ich ggf. schriftlich formulieren und zur nächsten Sitzung einbringen werde.

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